Leserbeiträge

Özil und Gündogan für Deutschland?

Ehrlich gesagt, nachdem vorletzte Woche über das skandalöse Treffen von Erdogan mit „unseren“ Nationalspielern Özil und Gündogan berichtet wurde, war als 1. Reaktion meine Vorfreude auf die WM abrupt zu Ende. Unverständnis, Wut aber auch Bestätigung früherer Befürchtungen bestimmten meine Gefühlslage. Fernseh-Boykott der WM-Spiele kam mir auch durch den Sinn. Nun hat sich einiges gesetzt, habe aber das Bedürfnis auf diesem Wege meine Meinung kund zu tun.

Zumindest bei Mesut Özil hatte ich immer das Gefühl, dass er beim Lauschen der deutschen Nationalhymne an alles denkt, nur nicht an den Stolz für Deutschland spielen zu dürfen. Der in Gelsenkirchen geborene, der sich als 18 Jähriger für den deutschen Pass entschied, wurde selbst damals von türkischen Bundesligaspielern kritisiert, die Entscheidung für die deutsche Auswahl spielen zu wollen seien eher wirtschaftlicher Natur. Obwohl er in Deutschland geboren, und sein Vater bereits als 2 Jähriger in unser Land kam, hatte ich immer das Gefühl, dass wohl türkisch seine Hauptsprache ist. Wäre ja alles kein Problem. Doch dieses klare Bekenntnis zu dem Despoten, Anti- Demokraten und Möchtegern-Sultan Recip Erdogan, der uns als Nazi's beschimpft, irritiert mich gänzlich.
Und als Ilkay Gündogan, von dem ich immer eine große Meinung hatte, auch noch sein Trikot mit der handgeschriebenen Aufschrift „Mit Respekt für meinen Präsidenten“ an Erdogan überreichte, stand es für mich fest, dass dies unentschuldbar ist. Niemand soll seine Wurzeln verleugnen. Jedoch war dieses Treffen ein klares Bekenntnis zum Regime Erdogan und dessen Wertvorstellungen. Und der türkischen Flagge. Dies war kein Fehler oder mangelndes politisches Bewusstsein. Nein, wir haben es mit erwachsenen Männern um die dreißig zu tun. Sie wussten genau, was sie tun. Der türkischstämmige frühere deutsche Nationalspieler und Weltmeister Emre Can wusste auch was er tat. Er hat nämlich die Einladung von Präsident Erdogan in London abgelehnt.
Und dies kann in meinen Augen den zwei Nationalspielern auch nicht durch ein Gespräch mit der DFB Führung oder mit einem erhobenen Zeigefinger des Bundespräsidenten entschuldigt werden. Es würde mich nicht wundern wenn dieser Vorfall innerhalb der Nationalmannschaft beim Einen oder Anderen zu veränderte Sichtweisen gegenüber Özil und Gündogan führt, die der Stimmung vielleicht nicht ganz so gut tut. Wir freuen uns doch, dass wir eine Multi-Kulti-Truppe haben. Das wäre vor 30 Jahren nicht denkbar gewesen. Aber man muss auch erwarten können, dass man sich zu unseren Werten bekennt und stolz ist Deutschland zu vertreten. Dies spreche ich Özil und Gündogan ab. Man sollte sie meiner Meinung nach aus der Nationalmannschaft sofort ausschließen. Ohne diese zwei Spieler werden wir sicherlich nicht weniger Chancen haben ein gutes Turnier abzuliefern.
Und es braucht auch niemand kommen um zu behaupten, wir haben bei der Integration etwas falsch gemacht. Nein, die Gründe sind wohl in den Familien und dem Umfeld dieser Beiden und auch bei einigen anderen türkischen Mitbürger zu sehen und spiegelt leider die Probleme der heutigen Generation wider.
Andreas Bickel

© Andreas Bickel 28.05.2018 16:28
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