Lesermeinung

Zu den Plänen für einen Tegut-Markt auf dem Rehnenhof:

„Im Gegensatz zum Ortschaftsrat halte ich den Plan für einen Tegut-Markt auf dem Rehnenhof, besonders an dieser Stelle, nicht für gut. Wer den Verdrängungswettbewerb liebt, das heißt die Ballung diverser Supermärkte, der findet den Platz natürlich spitze. In der Region gibt es schon genügend Beispiele, etwa an der Spraitbacher Straße in Mutlangen. Doch gibt es wirklich einen Bedarf für das Warenangebot von Tegut, wie zu vernehmen ist? Wer sich darüber informieren möchte, tut gut daran, im Internet die eigene werbewirksame Präsentation mit dem sachlichen Artikel von Wikipedia über diese Kette zu vergleichen. Man erfährt dabei, dass die schweizerische Genossenschaft Migros Zürich der neue Eigentümer von Tegut ist, welche seit März mit dem Unternehmen Amazon.de zusammenarbeitet und im Raum Stuttgart eine ‘Expansionspolitik’ (Zitat: Wikipedia) begonnen hat. Nach der Recherche im Internet sehe ich keine Versorgungslücken im Raum Gmünd, die speziell durch Tegut geschlossen werden könnte. Die Reformhäuser und Supermärkte in der Nähe bieten schon alles an, was auch Tegut an Bioprodukten und diätischen Lebensmitteln offeriert, und sie sind nicht überlaufen.

Sehr verwundert bin ich über die geplante Abholzung der Bäume auf dem Grundstück. Es handelt sich um fünf mächtige Laubbäume in einer Höhe von drei bis vier Stockwerken nördlich der Garage zum Wohnblock Obere Halde 62. Sie müssen für die Bereitstellung von 82 Parkplätzen weichen. Als es um die teilweise Abholzung des Wäldchens am Schönblick für den Bau eines Altersheims ging, gab es heftigen Protest. Warum gibt es hier keinen Aufschrei, nachdem die Naturschützer im Landratsamt kein Gehör fanden? Die Anwohner werden durch den Verkehr des Tegut-Marktes wohl noch mehr Unruhe bekommen als durch den bestehenden Verkehr der B 298 und des nahen Kreisverkehrs. Rührend zu lesen und zu hören, dass der geplante 7,3 Meter hohe Supermarkt auf dem 64-Ar-Grundstück aus Sicht des Ortschaftsrats den zusätzlichen Vorteil hat, ein Schallschutz für die dahinter liegende Wohnsiedlung zu sein.

Warum die Stadtplaner in der Nachkriegszeit den ‘Zwickel’ an der Deinbacher Straße – wohl aus ästhetischen Gründen – unbebaut gelassen haben, kann jeder nachvollziehen, wenn er vom obersten Deck des Parkhauses der Stauferklinik einen Blick Richtung Rehnenhof wirft. Damals waren allerdings noch keine spätkapitalistischen Interessen im Spiel.“

© Gmünder Tagespost 17.01.2018 16:58
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