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Zu: Italien in der Finanzkrise

Staatspräsident Mattarella hat den Ökonom und anerkannten Finanzexperten Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung in Italien beauftragt. Er ist Befürworter der europäischen Währung und der EU-Stabilitätspolitik.

Sollte sich eine Bank nicht über Aktionäre und Sparer retten können, dann soll der europäische Steuerzahler über den ESM, dem einzigen vorhandenen Fonds, einspringen. Ein weiterer Rettungsfonds soll, mit 55 Milliarden Euro ausgestattet, bis 2024 eingerichtet werden.

Im Januar 2016 hatte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble zur von der EU geplanten Vergemeinschaftung von Haftung geschätzte zwei Billionen Euro deutsches Sparer-Vermögen als Sicherheit verpfändet. Den EU-Banken ist die Möglichkeit gegeben, diese als Kredit-Sicherheiten zu verwenden. Die EU-Kommission verfolgt den Plan, die Vergemeinschaftung der Sparer-Mithaftung in der Währungsunion bis 2024 in drei Schritten zu realisieren. Ferner ist das Zurückdrängen von Bargeld in der EU (in Frankreich und Italien sind bereits Bargeldzahlungen ab 1000 Euro illegal) mit Folgeproblemen behaftet.

Die Institutionen in der EU haben bei der Überwachung und Kontrolle der Euro-Stabiliätskriterien und der Bonität europäischer Banken versagt. Das Frühwarnsystem hat nicht funktioniert oder es wurden keine wirksamen Maßnahmen eingeleitet. Die Europäische Zentralbank hat in Höhe hunderter Milliarden Euro italienische Staats- und Industrieanleihen sowie der anderer Südstaaten aufgekauft. Deutschland haftet bei Verlusten mit 26 Prozent. Die Bürger sollten über die Pläne der EU-Kommission (...) in Kenntnis gesetzt werden und kein Versteckspiel im verklausulierten Formulieren betreiben.

© Gmünder Tagespost 04.06.2018 15:50
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Kommentare

derleguan

sehr richtig - und die Deutrsche Bank ist eigentlich auch Pleite und sucht noch einen Weg sich wieder gesund zu stoßen, oder eben abzuwickeln. Auch da helfen die oben beschriebenen Pläne ungemein. Deshalb ist auch das Deutsche Interesse (der Bonzenelite) an solchen sogenannten "Hilfefonds" sehr groß.

Frieder Kohler

derleguan schrieb am 04.06.2018 um 22:05

sehr richtig - und die Deutrsche Bank ist eigentlich auch Pleite und sucht noch einen Weg sich wieder gesund zu stoßen, oder eben abzuwickeln. Auch da helfen die oben beschriebenen Pläne ungemein. Deshalb ist auch das Deutsche Interesse (der Bonzenelite) an solchen sogenannten "Hilfefonds" sehr groß.

Für die übergroße Zahl der Interessierten:

"In dieser Woche erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein neuerlicher Ökonomenaufruf. 154 Professoren unterzeichneten ein Papier, in dem auf die Gefahren einer Haftungsunion in der Eurozone hingewiesen und eine Reihe von Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung gefordert werden" - gelesen in https://www.wiwo.de/politik/europa/freytags-frage-warum-wird-die-ordnungspolitische-dimension-der-eurozone-unterschaetzt/22597292.html