Lesermeinung

Zu „Propagandaschlacht um den Anschlag von Salisbury“:

Der Fall Skripal: Wenn die führenden Köpfe eines Landes ohne Beweise und sachliche Argumente ein anderes Land einer kriminellen Handlung bezichtigen, dann kommt mir dies sehr verdächtig vor. Wenn dann am Ende, quasi als Bestätigung des Verdachtes, „stolz“ darauf hingewiesen wird, „dass schließlich eine weltweite Allianz sich der britischen Auffassung angeschlossen habe“, dann frage ich mich, ob ich nicht bloß das Recht, sondern die Pflicht habe, mich dieser Verdummung zu widersetzen, selbst zu denken und England mitsamt seiner „weltweiten Allianz“ der Lügenhaftigkeit und der Intriganz anzuklagen.

Viel stichhaltiger als die englischen „Fakes“ ist die Tatsache, dass Russland den Spion Skripal viel unauffälliger hätte „beseitigen“ können, als dieser von 2004 bis 2010 im russischen Gefängnis saß. Was nützt Putin die Ermordung Skripals zwei Wochen vor der Wahl?

Das Motiv, warum Russland von westlichen Politikern und Medien wie ein loser Schurke von oben herab behandelt wird, ist nicht die Vergiftung eines Spions, ist auch nicht ideologisch begründet, sondern das sind die mächtigen Rohstoffvorräte, auf denen dieser böse Putin sitzt. Zumal er diese nicht in US-Dollar, sondern in Rubel handeln lässt – was eine Schwächung der US-Wirtschaft und des Dollar zur Folge hat. Das darf der böse Ganove nicht. Die US-Wirtschaft (und damit die westliche Wirtschaft) und der globale „Geldmarkt“ sind nämlich in der Krise. Denn der Neoliberalismus (dem Putin Russland nicht bedingungslos ausliefern will) steht vor seiner größten Herausforderung.

Die Lösung solcher Krisen ließ sich bisher umgehen, indem man durch Kriege neues Wirtschaftswachstum ankurbelte. Also, anstatt Dogmen in Frage zu stellen, muss man Kriege inszenieren, am besten so, dass der Gegner hinterher als Angreifer hingestellt werden kann.

Es wird derzeitig von England aus ein Weltenbrand angezettelt, der in der Hauptsache auf jenem Territorium ausgetragen werden soll, in dem sich die Raketen, Drohnen und Kommandozentralen der Nato befinden. Und das ist Deutschland.

© Gmünder Tagespost 09.04.2018 21:16
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Kommentare

Frieder Kohler

Prächtige Parade gegen die "Kiesewetters"! Herzlichen Dank für den frischen Wind in die Friedhofsruhe der Ostalb. Zur Verstärkung: https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/Abruestung-statt-deutscher-Rufe-zu-eigenen-Atomwaffen,atombombe106.html )

Atomwaffen bringen Unsicherheit statt Sicherheit

Der Wissenschaft kommt eine entscheidende Rolle zu, fundiert über die Gefahren von Atomwaffen aufzuklären. 1955 machten führende Wissenschaftler wie Bertrand Russell und Albert Einstein in einem Manifest darauf aufmerksam, "dass ein Krieg mit Wasserstoffbomben der menschlichen Rasse ein Ende setzen könnte." Auch in Deutschland waren es die Wissenschaftler, unter ihnen Otto Hahn, Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker, die in der "Göttinger Erklärung" 1957 schrieben, dass der beste Schutz Deutschlands ein ausdrücklicher und freiwilliger Verzicht auf den Besitz von Atomwaffen sei“, und dass sie sich nicht an der Entwicklung von Atomwaffen beteiligen würden. Diese Erklärung trug wesentlich zu dem öffentlichen Druck bei, aufgrund dessen die Bundesrepublik auf Atomwaffen verzichtete.

Weiteres in "Europäische Atomwaffen" in den (überregionalen) Medien: Aufklärung oder Volksverdummung?