Lesermeinung

Zum Artikel „Unverständnis für ein Kreuz aus der Hand Sieger Köders“:

Das Metallkreuz Sieger Köders steht seit dem Jahr 1979 (nicht 1970) auf dem Oskar-Mayer-Platz, dem Kösinger Dorfplatz, und bereichert das dortige Kriegerdenkmal. Es war nie „ein Kreuz des Anstoßes“. 1980 wurden der Platz und das Kriegerdenkmal mit dem Kreuz eingeweiht. Das Kreuz war nach Aussage einiger Zeitzeugen eine Auftragsarbeit von Sieger Köder für die Stadt Neresheim, in die Kösingen seit 1971 eingemeindet ist. Der Arbeitstitel des Kreuzes ist „der aufstrebende Jesus“.

Das Kreuz ist allerdings nicht signiert, und es fehlt ein schriftlicher Hinweis, dass das Werk, formaljuristisch richtig, von Sieger Köder stammt. Übereinstimmend berichten Zeitzeugen, dass die Aufhängung der Jesusfigur gleich zu Anfang und vor der offiziellen Einweihung in Abstimmung mit der Stadt, Kirche und Sieger Köder noch etwas verändert wurde. Was ich bei Auftragsarbeiten für normal halte.

Seitdem steht das Kreuz unverändert und hat bis heute, trotz seiner künstlerisch eigenwilligen Form, keinerlei Kritik, weder der Kirche noch der Öffentlichkeit, hervorgerufen. Dass das Kunstwerk vor Ort vergessen sei, entbehrt jeder Grundlage, was am aktuellen Erhaltungszustand des Kreuzes und des Kriegerdenkmales abzulesen ist. Der im Artikel mitschwingende Vorwurf, die Kösinger seien Kunstbanausen, geht deshalb eindeutig ins Leere. Er ist mir eigentlich auch nur mit mangelnder Information der Verfasser erklärlich. Jedenfalls hat mit mir bis heute keiner der Verfasser gesprochen. Wir empfinden das Kreuz hier im Dorf weiterhin als lieb gewordenen Teil unserer Kunstgegenstände. Wir werden, wenn die Herkunft eines Tages eindeutig nachgewiesen wird, einen Hinweis auf seinen Erschaffer an dem Kunstwerk anbringen.

© Gmünder Tagespost 19.02.2018 18:40
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