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Zum geplanten Supermarkt am Rehnenhof

In der vergangenen Woche hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats grünes Licht gegeben für den Bebauungsplan des „Lebensmittelmarkts Rehnenhof“. Der Tegut-Markt mit Bäckereicafé wird also sicher kommen. Und was geht gleichzeitig? Eine große Wiese mit markanter Baumgruppe am Beginn der Oberen Halde, der Hauptzufahrt zum Zentrum des Stadtteils. Der Anblick jener Grünfläche hat dem Auge genauso gutgetan wie die Grünflächen rings um die Stauferklinik, welche die Architektur der diversen Gebäude ebenso vorteilhaft zur Geltung bringen, wie es passende Bilderrahmen für Gemälde leisten. Doch warum wurde diese Binsenweisheit für Bauherren und Architekten missachtet? Das liegt zum einen am Flächennutzungsplan 2020, zum andern am Arbeitspapier „Gmünd 2020“. Auf dieser Grundlage wurde der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans am 25.4.2017 vom Gemeinderat gefasst. Begründung: Für die städtebauliche Entwicklung sei es notwendig (!),

das Lebensmittelangebot bedarfsgerecht zu erweitern. In der nächsten Gemeinderatssitzung am Mittwochnachmittag wird die Sache schnell abgehakt sein, und die Bagger können kommen.

Doch vielleicht geschieht noch ein Wunder. Von den fünf Bäumen der mächtigen Baumgruppe könnten zumindest die vier im Halbkreis stehenden bei veränderter Anordnung der Stellplätze erhalten werden. Darauf hat das Landratsamt bereits (. . .) hingewiesen. Stadtrat Elmar Hägele hat sich im Bau- und Umweltausschuss erfreulicherweise dafür eingesetzt. Nun liegt es an OB Arnold, sein Verhandlungsgeschick unter Beweis zu stellen, er hat die Prüfung der Anfrage zugesagt. Sollte sich ergeben, dass die bisherige Planung „alternativlos“ ist, müssen Verwaltung und Gemeinderat mit einem Verlust an Glaubwürdigkeit rechnen - zumindest auf dem Sektor des Naturschutzes.

© Gmünder Tagespost 29.01.2018 20:39
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