Lesermeinung

Zum Leserbrief „Folgt jetzt die Black Police?“ vom 5. Februar:

Es ist immer gut, Behauptungen durch die entsprechenden Gesetze zu belegen. Allerdings hat sich die Leserbriefschreiberin den falschen Paragrafen herausgesucht und zieht somit die falschen Schlüsse.

Ob sie nun absichtlich diese falschen Schlüsse zieht oder ob es sich dabei um einen Irrtum handelt, möge jeder selber beurteilen. Die Unterstellung, er würde durch sein Handeln im laufenden Asylverfahren potenziell bevorzugt werden, spricht jedenfalls für sich.

Aber nun zur Sache. Eine Amtsanmaßung gemäß Paragraf 132 des Strafgesetzbuchs liegt hier ebenso wenig vor wie ein Missbrauch von Titeln gemäß Paragraf 132 a. Denn Pa Saidou Ngum hat eben keine hoheitlichen Handlungen durchgeführt. Weder die Verfolgung eines Täters, der in flagranti bei der Durchführung eines Verbrechens erwischt wurde, noch dessen Festsetzen – auch durch körperlichen Zwang –, noch die Behauptung, er sei ein Polizist, sind eine solche.

Viel mehr hat der junge Gambier von dem gemäß Paragraf 127, Absatz 1 der Strafprozessordnung jedermann zustehenden Recht Gebrauch gemacht, einen bei frischer Tat ertappten Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig fest zu nehmen.

Der junge Gambier hat sich nicht davor gescheut, den Räuber zu stellen, obwohl er sich damit in potenzielle Lebensgefahr begab, denn der Täter war mit einem Messer bewaffnet. Er hat sich somit vorbildlich verhalten, hat Mut gezeigt und wurde von der Polizei zu recht belobigt. Man kann ihm für diese Heldentat nur gratulieren!

© Gmünder Tagespost 07.02.2018 09:53
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