Lesermeinung

Zum Leserbrief: Ozonschicht schrumpft teils doch, von Christine Oelrich vom 9. Februar:

In den vergangenen Jahren sind Presseberichte über Veränderungen der Ozonschicht in der Stratosphäre immer seltener geworden. Ihnen war zu entnehmen, dass aufgrund der Bestimmungen des Montreal-Protokolls von 1987 und seiner Nachfolgeabkommen die Emission der halogenierten Kohlenwasserstoffe, vor allem der FCKWs, die für die Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich sind, deutlich zurückgegangen sei. Das habe zur Erholung der Ozonschicht beigetragen. Klimaforscher gingen davon aus, dass die Erholung vor allem das antarktische Ozonloch betrifft.

Tatsächlich aber erreichte das antarktische Ozonloch rund zwanzig Jahre nach dem Montreal-Protokoll mit fast 30 Millionen qkm seine bislang größte Ausdehnung. Dass die neuesten wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis kommen, dass die Ozonschicht in den mittleren Breiten weiterhin schrumpft, obwohl die Produktion ozonschädlicher FCKWs und so weiter weitestgehend gestoppt wurde, kann nicht überraschen. Denn aufgrund ihrer hohen chemischen und thermischen Beständigkeit beträgt die troposphärische Verweildauer der halogenierten Kohlenwasserstoffe mehrere Jahrzehnte. Und ihr Weg in die Stratosphäre ist in den niederen Breiten doppelt so lang wie in den arktischen Regionen. Hinzu kommt, dass die Intensität der UV-Strahlung von den Polen zum Äquator deutlich zunimmt.

Da die Schädlichkeit der UV-Strahlen der Sonne für Organismen unter anderem vom Volumen des bestrahlten Körpers anhängt, trifft es das Phytoplankton der Meere als des ersten Glieds der marinen Nahrungskette besonders hart. Ihr Absterben setzt eine verhängnisvolle Folge von Reaktionen in Gang. Wenn die Photosyntheseleistung des Phytoplanktons der Weltmeere abnimmt, verbleibt eine immer größer werdende Menge an CO2 in der Troposphäre. Die Folgen sind bekannt.

Weniger bekannt ist, dass wegen des zunehmenden Treibhauseffekts in der Troposphäre die Temperaturen in der Ozonschicht der Stratosphäre sinken.

© Gmünder Tagespost 01.03.2018 20:18
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