„Gängige Praxis im Profi-Fußball“

Zum Leserbrief von Günter Kallis „Ein Abgang mit Folgen“ vom 10. Februar:

Der (...) Verfasser kann es nicht lassen, in der Causa Peter Vollmann den Vereinsoberen des VfR Aalen die rote Karte zu zeigen. Wenn dieser (...) dem Präsidium pauschal unterstellt, dem scheidenden Trainer trotz erfolgreicher Arbeit die nötige Unterstützung verweigert zu haben und trotz beiderseitigem Einvernehmen bezüglich einer Trennung zum Saisonende von einer Strafaktion spricht, so erscheint dies nicht nur völlig absurd und an den Haaren herbeigezogen, sondern auch in höchstem Maße diffamierend und rufschädigend.

Mit seinen diffusen Generalattacken gegen die Vereinsverantwortlichen, die durch diverse Aktivitäten vor Ort seit längerem durchaus positive Imagewerbung für den VfR betreiben, will der Verfasser in schwarzseherischer Manier den Eindruck erwecken, dem „perspektivlosen“ Verein würden die Felle vollends davonschwimmen, da ein Exodus von Leistungsträgern bevorstehe und durch das Abspringen von Sponsoren die wirtschaftliche Basis und der Resonanzboden entzogen werde. Fakt ist, dass die Verhandlungen zwecks Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen erst am Anfang stehen und völlig ergebnisoffen sind. (...)

Dass es dem Verfasser sowohl an Insiderwissen als auch an fußballerischer Sachkompetenz mangelt, zeigen dessen voreilige und unbewiesene Statements in Bezug auf die Personalie Kilian/Reus. Jedenfalls ist es im professionellen Fußballgeschäft gängige Praxis, dass mit dem Chefcoach in der Regel auch die Co-Trainer ausscheiden; übrigens gab Herr Reus – dies war der Presse zu entnehmen – glaubwürdig zu verstehen, dass ausschließlich familiäre Gründe für seinen Entschluss ausschlaggebend waren. (...)

Und wenn der Verfasser der Leserschaft suggerieren möchte, die Vereinsoberen würden das Projekt „2. Liga“ als bloße Fiktion aufrechterhalten, und er das legitime sportliche Ziel des Wiederaufstiegs als reines Ablenkungsmanöver und „Beruhigungspille“ für die Vereinsanhänger desavouiert, so verkennt er völlig, dass eine Rückkehr in die 2. Liga allein schon aus wirtschaftlicher Sicht unumgänglich ist (...).

© Gmünder Tagespost 13.02.2018 17:49
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