Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel „Das Papier der Abrechnung“:

Kann ich vertrauen, dass für den Whistleblower die bezeugte Ungerechtigkeit ein Ausmaß annahm, das der Öffentlichkeit nicht mehr verschwiegen werden darf? Kann ich vertrauen, dass die Presse mit der Verdachtsberichterstattung die nötige Sorgfalt für den Schutz der Persönlichkeit für Herrn Müller und Herrn Rentschler und ihre Familien einhält? Kann ich glauben, dass die Erfahrung des Mobbings, die Herr Müller beschreibt, so wirklich beabsichtigt war? Kann ich vertrauen, dass Herr Rentschler sein Amt als Oberbürgermeister fair und nach demokratischen, humanistischen Prinzipien ausübt?

Konflikte auf friedvolle Art zu lösen, damit sind wir alle täglich konfrontiert. In Institutionen und Unternehmen ist die Aufgabe der Führungskräfte ihrer Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter nachzukommen und für ein würdevolles, respektvolles und gesundes Arbeitsklima zu sorgen und Mobbing, das eine der schlimmsten Erfahrungen sein kann, zu verhindern.

Das öffentliche Interesse kann nur darin bestehen, dass Entscheidungen, die das Gemeinwohl betreffen, besonnen, klar und friedvoll getroffen werden. Hier hat unser Oberbürgermeister eine Vorbildfunktion. Bei schwierigen Konflikten können heute ausgebildete Mediatoren und Vermittler herangezogen werden.

Die Frage bleibt, was nun hilfreich sein kann in dieser Situation? Wie kann die Vertrauensstörung und Verwirrung, mit der sicherlich nicht nur ich zurück bleibe, befriedet werden? Kann der Gemeinderat mit einer aufrichtigen Reflektion des Geschehens Türen öffnen, damit künftige Konflikte gerecht und fair ausgetragen werden? Zum Beispiel mit einer Festlegung, wann ein Konflikt eines Mediators bedarf, oder ob eine Anlaufstelle für Mobbing auf höchster Ebene eingerichtet werden soll?

© Gmünder Tagespost 29.01.2018 20:43
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