Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel „Widerspruch gegen Erweiterung“ vom 12. Januar:

Es stimmt schon, dass es schwerwiegende Gegenargumente gegen die Zukunft des Kobeleshofs gibt. Insofern hat der BUND recht, wenn dieser die Finger in die Wunden legt. Der Eingriff in die Natur wird/würde immens sein, wenn der bisherige Rinderbestand quasi fast verdoppelt werden soll. Doch, so frage ich, wer hilft eigentlich dem bäuerlichen Unternehmer, der nach dem Prinzip „weichen oder wachsen“ keine andere Möglichkeit findet, sich in seinem Anwesen zu behaupten.

(...)Alternativen wurden offensichtlich bei dem bereits genehmigten Bauvorhaben nicht gesucht. Und so hängt alles an dem bereits genehmigten Bauvorhaben und konzentriert sich auf die sechs Punkte, die vom BUND vorgebracht sind. Stagnation oder Blockade, das ist das Zauberwort, so wie vom BUND gefordert. Im Klartext fordert der BUND die Abkehr von der industriellen Landwirtschaft und den Rückwärtsgang in eine romantisch verbrämte Landwirtschaft, in der niemand überleben kann. (...)

Diese Verweigerungshaltung würde das Höfesterben in rasantem Tempo beschleunigen. (...) Alles reduziert sich auf die Entscheidung des Regierungspräsidiums. Und nach dessen Entscheidung gibt es noch den Klageweg. Es ist zu befürchten, dass es noch ein weiter Weg bis zum Ziel werden wird. Nach meiner Meinung hängt alles an der Aussage: „Fortschritt oder Rückschritt“? Ich habe mich entschieden. Ich bin für den Fortschritt!

© Gmünder Tagespost 13.01.2021 22:03
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Kommentare

derleguan

Peter Kuch schrieb am 17.01.2021 um 15:32

Höfesterben weil zu wenig Rinder und Schweine hergestellt werden?.........

Sehr geehrter Herr Kuch,

alles steht und fällt mit der Praxis der Vergabe von EU-Agrarsubventionen. Der (Bauer) besser Manager des Kolbenhofes richtet sich nach den Vorgaben der EU-Agrarsubventionen und versucht dort das Maximum rauszuholen. Diese Praxis der Subventionsvergabe wird gerade für die nächsten 7 Jahre neu Verhandelt. Leider wird an der alten Praxis der Vergabe nach Mengensubvention festgehalten. Wer viel "produziert" bekommt viel. Deshalb sollten bitte alle Leser den Apell von Campact für eine Änderung der Agrarsubventionen lesen und unterschreiben: https://act.wemove.eu/campaigns/agrar-deal-stoppen

thediff

Höfesterben weil zu wenig Rinder und Schweine hergestellt werden?

Seltsam: ist es nicht so, dass wenn - wie jetzt - der Export wegfällt, sich die Rinder- und Schweineproduktion staut. Der Preis verfällt? Die Schulden nicht mehr bedient werden können? Trifft das eher die Großen oder den Kleinen?

Zeigt das nicht gerade, dass die Konzentration auf ein Produkt und die Optimierung durch Senkung der Kosten/je Einheit, das Rad schneller in den Ruin bewegt?

Kann ein Hersteller, ein Händler, ein Landwirt (der nicht BIO sein muss) und auf Vielfalt, auf Qualität und höhere Preise/Einheit setzt, ruhiger schlafen?

Ist der Investor des Kobeleshofs vielleicht gerade sehr froh über die Verzögerung?

In my humble opinion

Ich wollte hier einen Kommentar schreiben und nachdem ich mich angemeldet, ihn vollständig formuliert und eingetippt und auf "Absenden" geklickt hatte ... war ich schon abgemeldet.

Also kein Kommentar.

Vielleicht auch besser.

Christine Fuchs

derleguan schrieb am 14.01.2021 um 10:01

Die bäuerliche Landwirtschaft und das regionale Lebensmittelhandwerk sind in Gefahr, das ist richtig. Aber nicht wegen der biologischen Herstellung von Lebensmitteln oder dem Verbot von Ackergiften. Agrarkonzerne und die Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft voran. Die Folgen: Das weltweite Höfesterben schreitet rasant voran, die handwerkliche Lebensmittelherstellung wird verdrängt, die Artenvielfalt schwindet und die Klimakrise verschärft sich. Deshalb müssen die kleinen Betriebe, die ökologisch wirtschaften unterstützt und Großbetriebe die immer größer werden wollen verhindert werden.    <

Hallo der  leguan, Sie haben Recht. Das Höfesterben und die regionale Lebensmittelherstellung werden durch die industrielle Landwirtschaft verdrängt. Wie können sich die Verbraucher dagegen wehren,  wenn unsere Behörden z.B.  die Rinderzucht im Kobeleshof von 1300 auf 1500 vergrößert?  Natürlich fällt mehr Gülle an.  Die Tiere brauchen mehr Futter und Wasser . Wird es einfach genehmigt oder hört man hier auch mal die kleinen Bauern , die um ihre Existenz bangen ? Wird das von unserem Staat so gewollt?  Und was können wir Verbraucher zur Verhinderung tun ? Die insekten sterben mit diesen Monokulturen. Die Veganer sind auf dem Vormarsch.  Ständig wird vor allzuviel Fleischverbrauch gewarnt , und dann diese ständigen Vergrößerung. Und jetzt ? Natürlich wird der Vergrößerung statt gegeben ! So einfach ist das.  Die Gemeinderäte und das Landratsamt haben doch schon längst entschieden......

derleguan

Die bäuerliche Landwirtschaft und das regionale Lebensmittelhandwerk sind in Gefahr, das ist richtig. Aber nicht wegen der biologischen Herstellung von Lebensmitteln oder dem Verbot von Ackergiften. Agrarkonzerne und die Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft voran. Die Folgen: Das weltweite Höfesterben schreitet rasant voran, die handwerkliche Lebensmittelherstellung wird verdrängt, die Artenvielfalt schwindet und die Klimakrise verschärft sich. Deshalb müssen die kleinen Betriebe, die ökologisch wirtschaften unterstützt und Großbetriebe die immer größer werden wollen verhindert werden.    <

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