Lesermeinung

Zum Thema Handelsstreit und Strafzölle der Trump-Regierung:

Die Debatte die heute im poltischen Berlin und Brüssel angesichts der Drohungen der Trump-Regierung mit Strafzollen für Stahl und Aluminium geführt werden, zeigt deutlich auf, dass Europas Regierungen sich verkalkuliert und verzockt haben.

Denn im Sommer 2016 hat man noch politisch die Verhandlungen mit TTIP und einem Freihandelsabkommen für tot erklärt, weil man mehr Marktzugang in der USA für Industrie und Dienstleistungs-Exporte der Europäischen Union nicht erfolgreich hatte durchsetzen können.

Und so wird von Tag zu Tag immer deutlicher, dass der globale Konkurrenzkampf, die Handelskriege alle gegen alle ein Irrweg mit katastrophalen Folgen für die europäischen Industrienationen und ihre Bürger auslöst.

Trumps gezielte Machtpolitik und seine Androhungen von Strafzöllen, die er auch auf Deutschlands Schlüsselbranche Autoindustrie nicht ausschloss, könnte auch viele Arbeitsplätze bei uns in Gefahr bringen.

Vor diesem drohenden Hintergrund sind nicht massive Vergeltungen gegen die USA wie sie die EU-Handelskommissarin Cecila Malmström fordert eine Lösung, sondern eine schnelle Initiative zu zwischen EU und der USA für ein neues abgestimmtes Handelsabkommen.

Dabei kann und darf es volkswirtschaftlich nicht um die platte Alternative „Projektionsmus oder Freihandel“ gehen.

Notwendig ist vielmehr ein neues Welthandelssystem wo bestimmte Prinzipien wie Umwelt und Klima, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Sinnhaftigkeit neu ausrichtet und verankert wird, ohne dabei die Grenzen unseres Planeten zu sprengen.

© Gmünder Tagespost 25.05.2018 19:41
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Kommentare

In my humble opinion

Die EU mag ein Teil des Problems sein, der überwiegende Teil des Problems ( meine Schätzung 99% ) heißt Donald J. Trump mit seiner Neigung zu 'deals'm mit seinen "America first" ( was eigentlich "Trump first" heißt ) und einem gehörigen Maß an Erpressung. Wenn schon die US-UN-Botschafterin Nikki Haley von "Trump's unpredictability helped with NK" redet, spricht das Bände, was das Verhalten des POTUS angeht.

Donald J. Trump benutzt den Rest der Welt, um vor seinen Wählern gut auszusehen, wir ( EU ) können eigentlich nur zusehen, dass wir nicht vom Regen in die Traufe kommen und den Rest der Zeit abwarten.

tsh

Soll wahrscheinlich "Protektionismus" heißen. "Projektionismus" kenne ich nur mit einem "ter" hinterher...

Inhaltlich: der globale Konkurrenzkampf IST ein Irrweg mit katastrophalen Folgen für mehr als 99% ALLER Weltbürger. Auch wenn viele irrigerweise der Annahme sind, dass sie "Gewinner" sind, weil man nun viel billigen Schrott kaufen bzw. billigste Nahrungsmittel in sich hineinstopfen kann, mittel- bis langfristig wird dieser Weg in eine globale Katastrophe führen. Jeder hofft halt, dass diese Katastrophe erst "nach" einem selber eintritt.

Wenn im Winter von der Südhalbkugel eingeflogene Spargel und Erdbeeren einen Bruchteil dessen kosten, was man in der Saison für heimische Ware zahlt, dann läuft etwas schief. Dagegen kann JEDER etwas tun!

derleguan

..vielen Dank für Ihren Leserbrief! Er spricht mir aus der Seele. Das Modell einer Gemeinwohl-Ökonomie gibt es bereits. Christian Felber hat dazu zahlreiche Bücher geschrieben und auch Vorträge auf You Tube. https://www.youtube.com/watch?v=PBxKPAu8lvA