Lesermeinung

Zur: Bundeswehr

Man liest in letzter Zeit in der SchwäPo des Öfteren über Ausfälle bei der Bundeswehr (Ausbildungskompanien). Ich wurde im Oktober 1959 zur Bundeswehr nach Ellwangen eingezogen, zur Panzergrenadierkompanie 2.303. In der Grundausbildung wurden wir (120 Mann) des Öfteren, des Nachts aus den Betten gepfiffen und mussten feldmarschmäßig und in voller Kampfausrüstung auf dem Appellplatz antreten, mit allen Handfeuerwaffen, MG 42, FN Gewehr sowie Uzzi MPi. Da hatte man etliche Kilo auf dem Rücken (mit Sturmgepäck).

Dann wurde ein Nachtmarsch befohlen und zwar (Winter) bei Minusgraden unter zehn bis 15 Grad, etwa zehn bis 15 Kilometer. Geschlossen wurde aus der Kaserne marschiert und geschlossen kamen am Ende des Marsches wiederum 120 Mann zur Kaserne zurück! Unsere Ausbilder waren Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg (Wehrmacht) dementsprechend hatten wir eine harte Ausbildung.

Wenn man unterwegs meinte, es geht nicht mehr, dann hat man die Zähne zusammengebissen und ist weiter marschiert. Bei den heutigen Soldaten könnte man meinen, dass einige oder mehrere nur noch Waschlappen in Uniform sind!

© Gmünder Tagespost 27.03.2018 17:49
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Kommentare

derleguan

"Einfache Soldaten sind heutzutage "Kosmetik". Militärische Konflikte werden mit technischen Mitteln entschieden und mit Ingenieuren, die diese Maschinen bedienen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hat die Bundesregierung 2016 Rüstungsexporte im Wert von insgesamt 6,88 Milliarden Euro genehmigt. Im Rekordjahr 2015 waren es 7,86 Milliarden Euro. 2014 lagen die Rüstungsexporte noch bei 4 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte der Rüstungsexporte entfiel an Drittländer außerhalb der EU und Nato, darunter Algerien, Saudi-Arabien und Ägypten. Der Gesamtwert von Kleinwaffenexporten stieg im Vergleich zu 2015 von rund 15 Millionen Euro auf rund 47 Millionen Euro. Unter den Top 10 der Empfängerstaaten sind der Oman, der Irak und Indonesien. Eine grundlegende Veränderung der Genehmigungspraxis ist nicht zu erkennen. Im Schnitt liegen die Zahlen immer noch über denen der Vorgängerregierungen.

Diese "Laufsoldaten" wäre in der Integration der Flüchtlinge, die uns mit den nächsten Flüchtlingswellen aufgrund der verfehlten Politik ins Haus stehen, besser aufgehoben als in sinnlosen "Gewaltmärschen"

Monika Benninger-Köder

Sie haben zwar in vielem Recht, aber nicht in allem. Wenn die Soldaten über keinerlei körperliche Fitness verfügen, die in Gottesnamen nicht nur in der Sporthalle trainiert wird, sondern auch in Märschen aller Art, dann sind sie im Auslandseinsatz ziemlich schnell am Ende der Fahnenstange angekommen und sind ein Fall für's Lazarett. Weder in Afghanistan noch sonstwo sind nur Ingenieure mit Computern unterwegs....Sie dürfen selber googeln, was die komplette Einsatzausrüstung eines Soldaten auf Patrouille wiegt. Allein die Schutzweste ca. 12 kg, dazu Waffe und sonstiges Gerödel - ist man schnell bei 40 kg. Das fahren die Soldaten nicht nur spazieren, sondern sie müssen imstande sein, damit auch längere Strecken zu marschieren - und ja, sogar zu kämpfen.  Solange die Bundeswehr in Auslandseinsätzen ist, sollte ihre Soldaten auch einigermaßen fit sein, leider sind sie das eben nicht immer.

Was Ihr Hinweis in diesem Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle soll, erschließt sich mir gerade nicht.