Lesermeinung

Zur Corona-Politik des Landes:

Erfuhr die Corona-Politik der Landesregierung in der ersten Phase der Pandemie noch weitgehend Zustimmung, so kann diese im gegenwärtigen Zeitpunkt in weiten Bereichen nur noch als chaotisch bezeichnet werden. Besonders deutlich wird dies in Bezug auf die derzeitige Impfstrategie eines offenkundig total überforderten Sozialministers. War schon die Weigerung, vorrangig impfberechtigte Personen durch persönliches Anschreiben zur Impfung einzuladen – ein Verfahren, das in etlichen Bundesländern mit Erfolg praktiziert wird – wenig einleuchtend, so hat die gegenwärtige Impfstrategie zu einer eklatanten Benachteiligung der außerhalb der Großstädte zuhause lebenden Personen über 80 Jahre geführt. Seit Wochen sind die 50 lokalen Impfzentren dank der Bereitschaft von Ärzten und freiwilligen Helfern einsatzbereit. Gleichwohl wird deren Start immer wieder zeitlich hinausgeschoben, weil das Sozialministerium unfähig ist, den sicherlich gegenwärtig noch raren Impfstoff gerecht auf das Land zu verteilen. Außer plumpen Vertröstungen und patzigen Bemerkungen hat Herr Minister Lucha nur wenig zu bieten. Eigentlich müsste Ministerpräsident Kretschmann dem Beispiel seines bayerischen Kollegen Söder folgen und den heillos überforderten Minister von seinen Pflichten entbinden. Dazu fehlt ihm aber leider die Courage. Nicht besser sieht die Bilanz im Bildungsbereich aus. Im krampfhaften Bemühen, ihren dürftigen Bekanntheitsgrad als CDU-Spitzenkandidatin aufzuhübschen, wartet Frau Eisenmann fast täglich mit unausgegorenen und sich teilweise widersprechenden Vorschlägen auf, die die Lehrerschaft, Schülerinnen und Schüler und vor allem auch die Eltern vor nahezu unlösbare Probleme stellen. Zugegebenermaßen ist keine Politikerin und kein Politiker zu beneiden, die schwierige Coronakrise wirkungsvoll und zukunftsweisend in den Griff zu bekommen. Wer freilich in der nun viele Monate währenden Krise praktisch nichts hinzugelernt hat, hat jeden Anspruch auf Verständnis für sein gegenwärtiges Tun und Lassen verspielt.

© Gmünder Tagespost 12.01.2021 16:32
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