Lesermeinung

Zur Delegationsreise Mosambik mit Freundschaftsvertrag:

Seit Tagen lesen wir immer neue Rechtfertigungen von unserem Oberbürgermeister Rentschler. Man muss schon blind und taub sein, wenn man daraus nicht die altbekannte Taktik des OB erkennt: Je mehr zerredet wird, desto unterschiedlicher werden die Meinungen und er muss dann nur noch die passende Schlusskurve kriegen.

Schon jetzt die Erfolge: Die SPD bittet, das Thema sachlich zu besprechen. Stellvertretende CDU-Vorsitzende Ursula Barth, die sich wieder einmal vorgeführt fühlt, wird von ihrem Fraktionsvorsitzenden abgemildert: Thomas Rühl, bekannt nachsichtig, glaubt, dass der OB zwar etwas ungeschickt gehandelt habe, hält aber sonst die Reaktionen von Kollegen und der Bevölkerung etwas überzogen. Der Vorsitzende von Die Linke, Roland Hamm, sagt: Er verstehe die ganze Aufregung nicht. Hamm versteht sich immer mehr als Rentschlers Verteidiger. (Müller)

Natürlich hat der Gemeinderat fast keine andere Wahl, dem Freundschaftsvertrag zuzustimmen. Allerdings haben die Damen und Herren in den circa vier Jahren Tätigkeit von OB Rentschler schon so oft nachgegeben, Meinungen geändert oder oft auch gar nicht gemerkt, dass sie, mit wenigen Ausnahmen, nur noch die Abnicke von Entscheidungen sind, die der OB schon längst vorher entschieden hat (Sparkassenplatz, Parken Stuttgarter Straße, Düsseldorfer Straßenunterführung usw.).

Wir Bürger wollen ganz genau wissen, was der Afrikaausflug gekostet hat und wer was bezahlt hat und wie eventuelle kurzfristige Reisen, Besuche und Aufenthalte bezahlt werden.

Ein ganz besonderes Kompliment geht an Dr. Siegfried Lingel, Honorargeneralkonsul von Mosambik. Obwohl er Generalkonsul vom Freistaat Bayern und Sachsen sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen ist, keinesfalls von Aalen oder Württemberg! Das nennt man Diplomatie.

Man darf vermuten, dass demnächst OB Rentschler auch mit Dr. und Ehrentiteln geehrt wird. Wenn der Gemeinderat diesmal wieder ohne Konsequenzen klein beigibt, hat er ein für alle Mal seine von den Bürgern gewählte Selbstständigkeit und Freiheit verspielt.

Aalen

© Gmünder Tagespost 28.05.2018 15:20
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