Lesermeinung

Zur Kreide-Aktion gegen Catcalling in Aalen:

Aalen ist keine Ausnahme: auch hier werden vor allem Mädchen und Frauen auf verbale Art sexuell belästigt. Bei dem Thema verschließen leider immer noch zu viele Menschen ihre Augen. Reaktionen wie die der Polizei in Augsburg, welche einen groß angelegten Feuerwehreinsatz auslöste, nachdem sogenannte „Catcalls“ als Zeichen gegen sexuelle Belästigung mit Kreide auf den Boden geschrieben wurden, zeigen ein geringes Bewusstsein und Verständnis. Dabei muss Hilfe gar nicht kompliziert sein. Seit ich elf Jahre alt bin, wurde ich immer wieder mit verbaler Sexualisierung und Objektifizierung konfrontiert. Leider bin ich damit nicht die Einzige; das Problem ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. In Frankreich und anderen Ländern ist man längst den gesetzlichen Weg gegangen, um den Verbalattacken etwas entgegenzusetzen. In Deutschland reichen die physischen und psychischen Auswirkungen auf Millionen von Menschen nicht aus, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Gezielte Erniedrigung von Menschen kann nicht einfach hingenommen werden. Auch in Aalen wurde ähnlich wie in Augsburg und Städten in ganz Deutschland mit den Kreide-Catcalls ein wichtiges Zeichen gesetzt, um mehr Aufmerksamkeit für das Problem der verbalen sexuellen Gewalt zu schaffen. Auch hier müssen überwiegend Mädchen und Frauen nachts darauf achten, wo sie lang gehen. Auch hier müssen sie Angst davor haben, dass es nicht bei den Catcalls der Täter bleibt. Solange auch hier Catcalls unbestraft bleiben, bleibt nur die Bitte, selbst aktiv zu werden, wenn Sie von verbaler sexueller Gewalt mitbekommen. Erst wenn Opfer gesellschaftliche und staatliche Unterstützung erhalten, können sie sich in Zukunft sicherer fühlen.

© Gmünder Tagespost 27.12.2020 19:59
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Kommentare

Karin Hofmann

W Dan schrieb am 29.12.2020 um 13:31

So langsam wird es grotesk,

Hallo W Dan,

ein kleines Schmankerl vor Silvester und zum Jahreswechsel (könnte ein Sketch von Loriot, Viktor von Bülow mit Evelyn Hamann sein) von einer durch "Catcall" betroffenen, gedemütigten, in Angst lebenden, jungen Frau aus einem "Catcall"-Forum:

"Ich bin in meinem Leben bestimmt schon 1000 Male auf irgendeine mir unangenehme Art auf der Straße angemacht/angepfiffen/angesprochen worden. Da gibt es das klassische „hey Puppe“, das ich erstaunlich oft zu hören kriege. Es sind Straßenarbeiter, die kurz inne halten (???), wenn ich vorbeigehe, Leute die mir aus dem Auto raus nachrufen. Letztens wurde ich von der Polizei aufgehalten, weil ich das Fernlicht anhatte, um dann weitergewinkt zu werden, weil ich ja „so eine Hübsche“ bin. Was soll das"?

Evelyn Hamann könnte dann bei "Weihnachten bei Hoppenstedts" als Geschenk ihres Mannes den schwarzen Tschador auspacken, ein Geschenk zu ihrer Sicherheit mit den Worten: "Er war überall ausverkauft, ich habe einen der letzten Stücke ergattert. Damit Du keinen Catcalls mehr ausgesetzt bist".

https://www.openpetition.de/petition/online/es-ist-2020-catcalling-sollte-strafbar-sein

Einen Guten Rutsch in ein gesundes und für Männer vielleicht letztes FREIES Neues Jahr! Für Strassenarbeiter zu beachten: Bitte bei der Arbeit NICHT innehalten, wenn eine Frau vorbeiläuft.

Christine Fuchs

W Dan schrieb am 29.12.2020 um 17:11

genau so ist es, wenn es einem zu gut geht sucht man nach etwas womit man sich wichtig machen kann.

Übrigens fühle mich auch diskriminiert, denn anhand meines mir zugedachten MNS werd ich einer bestimmten Altersgruppe zugeordenet, das widerspricht sicher dem gültigen Datenschutz.

Hallo W Dan, wunderbar geantwortet ! Endlich konnte man auch mal lachen !

W Dan

Christine Fuchs schrieb am 29.12.2020 um 16:12

Lieber Gott,  langsam komm ich mir in Deutschland  vor, wie in einem Irrenhaus. Früher hat man sich über Komplimente gefreut. Heute wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, ob es sexistisch ist. Die ewigen Kommentare zu diesem Thema zeigen mir, dass sich die Menschen langweilen und keine anderen Probleme haben. Aufreizende Kleidung, Rassismus bei Strassennamen, Genderdebatte , die alten Grimmmärchen sind gewalttätig usw. Da müssen doch welche in ihrem Kämmerlein sitzen und sich solchen Schwachsinn ausdenken.

Auf wessen Mist sind denn diese Gesetzesänderungen gewachsen? Wer künftig  - ob Frau oder Mann  - bei jedem Kompliment ein Strafverfahren möchte, sollte sich bitte einen Sack über den Kopf ziehen und in den Iran auswandern. 

genau so ist es, wenn es einem zu gut geht sucht man nach etwas womit man sich wichtig machen kann.

Übrigens fühle mich auch diskriminiert, denn anhand meines mir zugedachten MNS werd ich einer bestimmten Altersgruppe zugeordenet, das widerspricht sicher dem gültigen Datenschutz.

Christine Fuchs

Lieber Gott,  langsam komm ich mir in Deutschland  vor, wie in einem Irrenhaus. Früher hat man sich über Komplimente gefreut. Heute wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, ob es sexistisch ist. Die ewigen Kommentare zu diesem Thema zeigen mir, dass sich die Menschen langweilen und keine anderen Probleme haben. Aufreizende Kleidung, Rassismus bei Strassennamen, Genderdebatte , die alten Grimmmärchen sind gewalttätig usw. Da müssen doch welche in ihrem Kämmerlein sitzen und sich solchen Schwachsinn ausdenken.

Auf wessen Mist sind denn diese Gesetzesänderungen gewachsen? Wer künftig  - ob Frau oder Mann  - bei jedem Kompliment ein Strafverfahren möchte, sollte sich bitte einen Sack über den Kopf ziehen und in den Iran auswandern. 

Karin Hofmann

W Dan schrieb am 29.12.2020 um 13:31

So langsam wird es grotesk,

dürfen männlichen Zeitgenossen in der Zukunft nur noch mit dem Blick vor sich auf den Boden gerichtet durch die Gegend laufen?

.

C H A P E A U   ! ! !

Das ist wohl das Ziel von Catcalls. Denn auch voyeuristische Blicke sollen unter Strafe gestellt werden.

Anonym4220 machte uns auf das neue "Gesetz" aufmerksam:

"zur allgemeinen Definition:

Sexuelle Gewalt kann als Überbegriff verwendet werden, da sie die physische und psychische Gewalt umfasst, denn sexuelle Gewalt beginnt bei sexuellen Übergriffen wie verbaler Belästigung, voyeuristischem Taxieren des Körpers".

D.h. Ballettaufführungen weiblicher Tänzerinnen, Funkermariechen, Modeschauen mit weiblichen Supermodels, Sportveranstaltungen mit weiblichen Athletinnen, das alles würde dann ausfallen und wäre nicht mehr oder nur noch für weibliche Zuschauer möglich, Männer müssten wegen ihrer voyeuristischen Blicke draussen bleiben. Vom Strassencafé aus in einer lauen Sommernacht das Vorbeilaufen schöner Frauen beobachten? Nix geht mehr.Während in islamischen Ländern die Frauen nicht mehr aus dem Haus dürfen - werden es bei UNS die Männer sein. Eine ganz neue Welt.

Wehret den Anfängen dieser, fast schon "stasihaften," Überwachungs- und Jugend-Linken-Manier, die der Initiator ist und zu der es, politisch brisant, in der Bewegung GLONAABOT zu Frau Lange Verbindungen geben könnte (google spricht...).

Tja, MÄNNER, das steht Euch bevor, also WEHRT Euch! Das ist EURE Baustelle!

W Dan

So langsam wird es grotesk,

dürfen männlichen Zeitgenossen in der Zukunft nur noch mit dem Blick vor sich auf den Boden gerichtet durch die Gegend laufen?

Also ich frage mich warum zwängen die Mädels oder Frauen ihren Hintern in viel zu enge Hosen oder laufen je nach Wetter bauchfrei durch die Gegend doch sicher weil es "geil" aussieht und sie gefallen wollen.

Schaut mal auf eure Smartphons welche Bilder viele von euch im Netz verbreitet und dann überlegt wie das zu der vorgetragenen moralischen Einstellungen passt.

Karin Hofmann

Ventilator schrieb am 29.12.2020 um 12:22

Heutzutage ist eben alles "geil" was schön ist. Früher hieß es "hübscher Hintern",der Ton macht eben die Musik. Wahrscheinlich ist es die Verrohung der Sprache. Nette Komplimente gibt es kaum noch.

Hüten Sie sich! Hübscher "Hintern" ist auch schon verbal sexistisch! Informieren Sie sich lieber vorher im Strafgesetzbuch. Und Vorsicht: "Hintern" darf nur noch unsexistisch, nämlich so geschrieben werden: "H*ntern". Auch bei "geil"...muss das "i" fehlen, es wird zu "ge*l. (lt. Anonym4022). Dann ist alles ok. Wusste ich bisher auch nicht. Wie die Schreibweise und Zensur von anderen weiblichen Körperteilen sich geändert hat gilt es herauszufinden. Die Aufforderung des Gynäkologen zur Krebsvorsorge "Machen Sie bitte ihre Brust frei" könnte auch verbale sexistische Ansätze haben und sollte hinterfragt, evtl. geändert werden. Zu beachten wäre: Ein Gynäkologe darf den Satz nicht sagen, eine GynäkologIN schon. Es stehen 2021 also Neuerungen ins Haus.

Ventilator

Heutzutage ist eben alles "geil" was schön ist. Früher hieß es "hübscher Hintern",der Ton macht eben die Musik. Wahrscheinlich ist es die Verrohung der Sprache. Nette Komplimente gibt es kaum noch.

Karin Hofmann

Anonym4220 schrieb am 28.12.2020 um 21:06

Guten Abend Frau Hofmann,

zur allgemeinen Definition:

...Sexuelle Gewalt beginnt bei voyeuristischem Taxieren des Körpers...

Anonym4220 (m/w/d),

Ich bin immer noch fassungslos was uns das Jahr 2021 für Änderungen im Strafrecht bringen soll.

Es bleibt dann für uns Frauen, um dem Taxieren des Körpers durch Männer zu entkommen nur der rettende islamische "Tschador". Wäre auch ein Möglichkeit, da ja nicht alle Männer, die "taxieren" aufgespürt, bestraft und zur Kasse gebeten werden können und die meisten weiterhin frei durch die Gegend spazieren. Sie lauern an jeder Strassenecke. Denn: Zum Aufspüren der "kriminellen Täter" nach Millionen Anzeigen wird unsere vorhandene Polizeipräsenz nicht ausreichen.

Mädchen und Frauen, rettet Euch rechtzeitig!

Aber: Die LINKE Partei kümmert sich ja schon darum und hat sich zum Ziel gesetzt:.

"Junge Linke zum Weltfrauentag: Sexuelle Belästigung stoppen! Freitag, 6. März 2020 @ 17:56"

Dann wissen wir ja Bescheid. Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung, mit dieser Parteiunterstützung alle Täter zu fassen.

Viel Kraft und Mut dazu im Neuen Jahr 2021.

Karin Hofmann

Anonym4220 schrieb am 28.12.2020 um 21:57

... Mit 12 Jahren möchten die meisten wohl nicht hören, dass sie einen "ge*len H*ntern" haben.


...Leider wird es eben nicht strafrechtlich verfolgt: eine Lücke in unserem System, denn so bleiben Täter ungestraft und Opfer bekommen keinerlei Entschädigung. 

Wenn der Satz "hast Du einen ge*len Hintern" eine Straftat darstellen soll, die strafrechtlich verfolgt, bestraft werden und der "Täter" Entschädigung zahlen soll:

Tut mir leid, nein, das kann ich nicht verstehen.

Und kann nur sagen: "Herr, lass Gehirn regnen und gib den Menschen Frieden, Ruhe und etwas Humor".

Anonym4220

Karin Hofmann schrieb am 28.12.2020 um 21:21

Danke, schon wieder etwas gelernt. Es war mir neu, daß verbale sexuelle Belästigung schon die Straftat von sexueller Gewalt darstellt. Verstehe einer unsere Gesetze. Wenn Millionen Frauen, wie Frau Lange schrieb, von verbaler sexueller Belästigung betroffen sind, die schon sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt ist... müssten eigentlich schon 1 Million Männer im Gefängnis sitzen, wo sind diese denn nun alle?

Sehr geehrte Frau Hofmann,

Meinerseits ist noch hinzuzufügen:

Erstens:
Das Alter einer Person hat nichts über ihre Meinungsfreiheit auszusagen - nach meiner Auffassung reduzieren Sie damit eine/n beispielsweise 12 Jährige/n, welche/r eine Meinung zu einem Thema hat lediglich auf das Alter und sprechen im gleichen Zug eben nicht das allgemeine Recht seine/ihre Meinung kundzugeben an.

Zweitens:
Sie empfinden das vielleicht als Kompliment, aber haben Sie sich mal in ein Mädchen versetzt, welches das nicht so gut aufasst und nicht den Mut hat sich gegen eine - in den meisten Fällen - ältere Person zu wehren? Dieses Thema ist in unserer Gesellschaft fast totgeschwiegen und es gibt Mädchen, die sich dafür schämen, obwohl sie nichts dafür können. Mit 12 Jahren möchten die meisten wohl nicht hören, dass sie einen "ge*len H*ntern" haben.

Drittens:
Leider wird es eben nicht strafrechtlich verfolgt: eine Lücke in unserem System, denn so bleiben Täter ungestraft und Opfer bekommen keinerlei Entschädigung. Somit können catcalls auch als Zustand der Norm in unserer Gesellschaft aufgefasst werden, was sich mitnichten positiv auswirkt.
Deswegen muss Aufmerksamkeit auf diesen Missstand gelenkt werden.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Karin Hofmann

Anonym4220 schrieb am 28.12.2020 um 21:06

Guten Abend Frau Hofmann,

zur allgemeinen Definition:

Sexuelle Gewalt kann als Überbegriff verwendet werden, da sie die physische und psychische Gewalt umfasst, denn "[s]exuelle Gewalt beginnt bei sexuellen Übergriffen wie verbaler Belästigung, voyeuristischem Taxieren des [...] Körpers, aber auch flüchtigen Berührungen des Genitalbereichs oder der Brust über der Kleidung." (Zitiert nach

https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch )

Danke, schon wieder etwas gelernt. Es war mir neu, daß verbale sexuelle Belästigung schon die Straftat von sexueller Gewalt darstellt. Verstehe einer unsere Gesetze. Wenn Millionen Frauen, wie Frau Lange schrieb, von verbaler sexueller Belästigung betroffen sind, (die schon sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt ist)... müssten eigentlich schon 1 Million Männer im Gefängnis sitzen, wo sind diese denn nun alle?

Anonym4220

Guten Abend Frau Hofmann,

zur allgemeinen Definition:

Sexuelle Gewalt kann als Überbegriff verwendet werden, da sie die physische und psychische Gewalt umfasst, denn "[s]exuelle Gewalt beginnt bei sexuellen Übergriffen wie verbaler Belästigung, voyeuristischem Taxieren des [...] Körpers, aber auch flüchtigen Berührungen des Genitalbereichs oder der Brust über der Kleidung." (Zitiert nach

https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch )

Karin Hofmann

klara simon schrieb am 28.12.2020 um 20:04

Als seien die Erfahrungen mit sexueller Gewalt einer 15 jährigen, weniger schlimm und weniger wert darüber zu sprechen.

Frau Simon,

sorry, mit dem Alter haben Sie recht, der Artikel ist von 2017 (darunter war das aktualisierte Datum von 2019). 2017 war sie 14. Tut mir sehr leid. Gerade, dann mit 17, könnte man mit verbalen Catcalls selbstbewusster umgehen und kontra geben.

Aber STOP!

Megan sprach und schrieb von "verbaler sexueller Belästigung" und Verbalattacken! ! !   Das ist die Tatsache. Das war bisher das Thema. Im Leserbrief ist nichts von sexueller Gewalt zu lesen. Gegen sexuelle Gewalt wurde in Augsburg auch nicht demonstriert...Das Thema im Leserbrief war CATCALLING als Belästigung, übersetzt lt. wiki: Hinterherpfeifen...verbale Anmache. Wie zu lesen hat sie Angst, daß es nicht bei Catcalls bleibt. Es waren also bisher Catcalls.

SIE sprechen nun schon von sexueller GEWALT, die ihr widerfahren ist? So schnell können sich Tatsachen und das Thema ändern.

Seltsam. Interessant. 

Auch Ihnen geruhsame Weihnachten.

klara simon

Karin Hofmann schrieb am 28.12.2020 um 18:08

Lieber Herr Fidibus,

"Frau Lange" meint: "bleibt nur die Bitte, selbst aktiv zu werden, wenn Sie von verbaler sexueller Gewalt mitbekommen": Es ist soweit - Es lief eine kleine Gruppe Jugendlicher an meinem Haus vorbei, Mädchen und Jungen. Ein Junge sagte zu einem Mädchen: "Hey, Du geile Tussi, bleib mal stehen". Ich habe natürlich sofort die Polizei gerufen, sie müsste auch gleich da sein.

Der Vorwurf von "Frau" Lange war die der verbalen sexuellen Belästigung für Millionen von "Frauen". Dazu kann sie sich jederzeit an unsere Bundesregierung wenden um ein Verbot dessen, im Gesetz verankert, zu erreichen. Sich an eine regionale Tageszeitung inform eines Leserbriefes, mit 15, zu wenden um auf ihr Problem aufmerksam zu machen ist da wohl der falsche Weg. Um mit einer verbotenen Kreide-Demo auf sich aufmerksam zu machen ist der falsche Weg.  

Aber das ist in der Zwischenzeit nicht mehr mein Thema.

Mein brisantes Thema ist, daß ich in Zukunft mit abgedruckten Leserbriefen von 15-jährigen in der Schwäpo rechnen muss. Das ist weitaus schlimmer. Da unterscheidet sich die Presse. Darüber denke ich nach.

Einen Guten RUTSCH ins Neue Jahr wünsche ich allen.

Oh - RUTSCH ? - hoffentlich habe ich damit niemand verbal sexuell belästigt? Man kann sich ja viel dabei denken und hineininterpretieren.

Hallo Frau Hoffmann,

Schade, dass es in dieser sehr wichtigen Debatte anscheinend nur darum geht, wie alt eine Person ist. Als seien die Erfahrungen mit sexueller Gewalt einer 15 jährigen, weniger schlimm und weniger wert darüber zu sprechen, als die einer volljährigen. Schade auch, dass Sie anscheinend nicht richtig recherchiert haben, sonst hätten Sie gemerkt, dass der von Ihnen angesprochene Artikel bereits 2017 erschien und Frau Lange demnach bereits 18 Jahre alt ist. Also volljährig und natürlich, wie Sie auch, berechtigt dazu Ihre Meinung kundzugeben. Schade ebenfalls, dass Sie sich nicht über die rechtliche Grundlagen solch einer Aktion informiert haben. Etwas mit Kreide auf einen öffentlichen Platz zu schreiben, gilt nicht Sachbeschädigung und ist demnach auch nicht illegal. Augsburg gilt hier als Ausnahme. Die Polizei hat deshalb diese "Demo" in Aalen auch nicht aufgelöst.

Schade, dass Ihnen nicht bewusst ist, welche psychischen Folgen eine jahrelange Reduzierung auf des eigenen Geschlechtes mit sich bringt. Die Catcalling Aktion in Aalen sollte wahrscheinlich vorallem provozieren, dass hat sie, wie ich sehe, zum Glück erreicht.

Ihre Kritik an der Aktion ist natürlich trotzdem berechtigt, deshalb: wenn Ihnen Alternative Wege einfallen, um auf sexuelle, verbale Gewalt gegenüber Frauen aufmerksam zu machen, neben solch einem Leserbrief von Frau Lange, bringen Sie die gerne ein!

Bis dahin, wünsche ich Ihnen ebenfalls einen guten Rutsch. (Lieb übrigens, dass Sie sich um eine Missinterpretation sorgen, diese ist aber, nach meiner Erkenntnis, völlig unbegründet.)

Karin Hofmann

Fidibus schrieb am 28.12.2020 um 16:32

Ich finde es nur erschreckend, dass sich eine junge Frau oder in Ihrem Verständnis ein Mädchen mit so einem Leserbrief an die Zeitung wenden muss. 

Lieber Herr Fidibus,

"Frau Lange" meint: "bleibt nur die Bitte, selbst aktiv zu werden, wenn Sie von verbaler sexueller Gewalt mitbekommen": Es ist soweit - Es lief eine kleine Gruppe Jugendlicher an meinem Haus vorbei, Mädchen und Jungen. Ein Junge sagte zu einem Mädchen: "Hey, Du geile Tussi, bleib mal stehen". Ich habe natürlich sofort die Polizei gerufen, sie müsste auch gleich da sein.

Der Vorwurf von "Frau" Lange war die der verbalen sexuellen Belästigung für Millionen von "Frauen". Dazu kann sie sich jederzeit an unsere Bundesregierung wenden um ein Verbot dessen, im Gesetz verankert, zu erreichen. Sich an eine regionale Tageszeitung inform eines Leserbriefes, mit 15, zu wenden um auf ihr Problem aufmerksam zu machen ist da wohl der falsche Weg. Um mit einer verbotenen Kreide-Demo auf sich aufmerksam zu machen ist der falsche Weg.  

Aber das ist in der Zwischenzeit nicht mehr mein Thema.

Mein brisantes Thema ist, daß ich in Zukunft mit abgedruckten Leserbriefen von 15-jährigen in der Schwäpo rechnen muss. Das ist weitaus schlimmer. Da unterscheidet sich die Presse. Darüber denke ich nach.

Einen Guten RUTSCH ins Neue Jahr wünsche ich allen.

Oh - RUTSCH ? - hoffentlich habe ich damit niemand verbal sexuell belästigt? Man kann sich ja viel dabei denken und hineininterpretieren.

Fidibus

Karin Hofmann schrieb am 28.12.2020 um 15:08

Nicht immer und überall ! DIe Polizei hat die Demo in Augsburg aufgelöst, die Feuerwehr hat den Platz von Kreide gereinigt. Das war die Rechtsprechung unseres Staates. Was ist erlaubt, was nicht. Das Verständnis für solche Aktionen fehlt mir. Dafür noch Lob wie von fidibus zu bekommen ist grotesk.

Leserbriefe einer 15-jährigen als "Frau Megan Lange"zu veröffentlichen ist grenzwertig und ich glaube viele Leser wollen sich nichr auf zukünftige Leserbriefe von 15-jährigen (oder 12-jährigen) einstellen. Für jugendliche Belange könnte eine Jugendseite geschaffen werden.

Liebe Frau Hofmann, wenn Sie meinen Kommentar richtig gelesen hätten, dann hätten Sie bemerkt, dass ich keine Demo oder Aktion von irgend jemanden gut geheißen hab. Ich finde es nur erschreckend, dass sich eine junge Frau oder in Ihrem Verständnis ein Mädchen mit so einem Leserbrief an die Zeitung wenden muss. Ich hoffte, wir bräuchten dieses Thema nicht und jeder respektiert den anderen. Und dann gibt es tatsächlich noch Menschen, in Ihrem Fall noch Frauen, die darauf sowas von negativ reagiere und solche Vorgänge als "Komplimente" abtun. Das ist für mich erschreckend! Wir reden hier NICHT über das Klima!!! Dieses Thema könne Sie gerne wo anders anbringen. Vielen Dank!

Karin Hofmann

W Dan schrieb am 28.12.2020 um 

Selbst Minderjährige können eine eigene Meinung haben und die dürfen sie doch auch laut sagen.

Nachtrag: Auch die Schüler-Klimaaktivisten-Greta-Sitzblockaden-Demos in Fussgängerzonen wurden damals durch die Polizei, rechtmässig aufgelöst. Damals Klima, heute der Kampf gegen verbale sexuelle Bedrohung von Millionen Schülerinnen? Es ist wieder ein HIP.!

Denn LAUTSTARK, LAUT sollten diese Mädchen bei den verbalen sexuellen "Angriffen" sein.! ! ! Und nicht in der Fussgängerzone.

Karin Hofmann

W Dan schrieb am 28.12.2020 um 14:44

Selbst Minderjährige können eine eigene Meinung haben und die dürfen sie doch auch laut sagen.

Nicht immer und überall ! DIe Polizei hat die Demo in Augsburg aufgelöst, die Feuerwehr hat den Platz von Kreide gereinigt. Das war die Rechtsprechung unseres Staates. Was ist erlaubt, was nicht. Das Verständnis für solche Aktionen fehlt mir. Für solche Aktionen noch Lob wie von fidibus zu bekommen ist grotesk.

Leserbriefe einer 15-jährigen als "Frau Megan Lange"zu veröffentlichen ist grenzwertig und ich glaube viele Leser wollen sich NICHT auf zukünftige Leserbriefe von 15-jährigen (oder 12-jährigen) einstellen. Für jugendliche Belange könnte eine Jugendseite geschaffen werden.

W Dan

Karin Hofmann schrieb am 28.12.2020 um 11:39

Wenn seit neuestem in der Schwäpo schon Leserbriefe von Minderjährigen/15-Jährigen veröffentlicht werden, dann frage ich mich ob ich Leserbriefe noch ernst nehmen kann.

die einen wollen nicht mit Immigranten, die anderen nicht Schwulen, wieder andere nicht mit Alten, sie nicht mit Minderjährigen.

So sieht also eine weltoffene Gesellschaft aus.

Selbst Minderjährige können eine eigene Meinung haben und die dürfen sie doch auch laut sagen.

Karin Hofmann

Fidibus schrieb am 28.12.2020 um 13:46

Liebe Frau Lange,

Das SIE und FRAU... wird (zumindest bisher noch) ab 16, 17 Jahren benutzt!

Man könnte ja in anderen Bereichen auch das Jugendschutzgesetz ganz aushebeln?

Anscheinend hat die Polizei in Augsburg, die die Kreide-Jugend-Demo aufgelöst hat, es anders gesehen.

Fidibus

Liebe Frau Lange,

es tut mir leid, dass Sie ausgerechnet von einer "Frau" solch eine Rückmeldung bekommen haben. Es ist ganz gleich, wie alt Sie sind! Catcalling hat meist nichts mit "Komplimenten" zu tun. Hier geht es einfach um eine Belästigung! Das darf und muss nicht sein und keine Frau oder Mädchen muss sich damit abfinden! Wenn es Frauen gibt, die das als Kompliment sehen, dann ist das deren Empfindung. Aber wenn Mädchen oder Frauen überlegen müssen, welcher Heimweg eingeschlagen werden soll, dann ist das ein Problem der Gesetzeslage. Hier sollte tatsächlich auch, wie in anderen Ländern, über eine gesetzliche Änderung nachgedacht werden! Ich bin sowas bei Ihnen, dass Catcalling auch in Deutschland bestraft werden muss! Ich finde es sehr gut, dass, falls Sie tatsächlich erst 15 Jahre alt sind, sich dagegen wehren! Ganz großen Respekt!!!

Karin Hofmann

Hallo "Frau Lange", oder besser: Hallo Megan (15 Jahre alt),

UND AN DIE REDAKTION

 

"werden vor allem Mädchen und Frauen auf verbale Art sexuell belästigt".

2019 war folgender Artikel in der Schwäbischen: "Die 14-jährige Megan Lange/aus Aalen liebt Kaninhop ebenso wie Sunflower. Der Deutschen Meisterin ist keine Hürde zu hoch".

https://www.schwaebische.de/landkreis/ostalbkreis/aalen_artikel,-einer-echten-meisterin-ist-keine-huerde-zu-hoch-_arid,10752056.html

Ich gehe jetzt mal davon aus, daß ich hier mit einer 15-jährigen, minderjährigen, diskutiere, die (in anderer Form) eine zweite Greta Thunberg werden und mit Kreide in Fußgängerzonen auf verbale sexuelle "Gewalt" durch Männer und Jungs mit ihren Mitschülerinnen aufmerksam machen will. Mit den Millionen "Frauen", die davon betroffen sind, sind wahrscheinlich Millionen Schülerinnen/Mädchen gleichen Alters in Deutschland gemeint. Deshalb hat die Polizei die Jugendlichen-Demo aufgelöst!

Megan, Mädels, ein Tip: Setzt EUCH verbal gegen diese Jungs durch, macht sie verbal nieder, wehrt Euch doch! Viel Glück.

(Falls ich mich irre, gerne feedback)

Und an die Schwäpo/Redaktion selbst:

Wenn seit neuestem in der Schwäpo schon Leserbriefe von Minderjährigen/15-Jährigen veröffentlicht werden, dann frage ich mich ob ich Leserbriefe noch ernst nehmen kann.

Karin Hofmann

Hallo Frau Lange,

Sie kümmern sich um die "Rettung von Frauen". Der Tatort: Die Straße. Sie finden Aalen ist da keine Ausnahme: auch hier werden vor allem Mädchen und Frauen auf verbale Art sexuell belästigt.

Was ist verbale sexuelle Belästigung? Unter wiki findet man dazu: " Hinterherpfeiffen". Verbale sexuelle Belästigung wird auch mit "Pfiffe, anzügliche Bemerkungen, stierende Blicke" erklärt. Zur Rettung davor wurde nun "Catcalls" gegründet und gleich ging es mit Demonstrationen zur Aufmerksamkeit los: Der Asphalt der Fußgängerzonen wird nun mit Kreide beschmiert.

Ich habe mich als junge Frau immer gefreut, wenn mir hinterhergepfiffen wurde, auch Blicke von Männern habe ich als positiv empfunden, zeigte mir das doch, daß ich gut aussah. Eigentlich waren es Komplimente. Auch heute noch freue ich mich, wenn ein Mann beim Vorbeigehen sagt: "Hallo schöne Frau". Nun werde ich zum angeblichen OPFER?

Die Frage ist:

Was sind für Sie "anzügliche Bemerkungen"? Wie sehen für Sie "stierende Blicke" aus?

Darf der Mann eine Frau noch anschauen oder etwas sagen? Oder sollten wir Frauen uns als Schutz lieber verschleiern und den Blick auf den Boden richten? Oder sollten diese Männer strafrechtlich verfolgt werden? Was ist denn Ihr Ziel dieser Aktion?

Durch diesen, IHREN Satz, fühle ich mich ins 19. Jahrhundert versetzt:

"Reaktionen wie die der Polizei in Augsburg, welche einen groß angelegten Feuerwehreinsatz auslöste, nachdem sogenannte „Catcalls“ als Zeichen gegen sexuelle Belästigung mit Kreide auf den Boden geschrieben wurden, zeigen ein geringes Bewusstsein und Verständnis".

Für mich hat die Polizei absolut richtig gehandelt. Fassungslos bin ich, was für eine neue mittelalterliche Opfer-Frauenära da 2020/21 entsteht, die Pfiffe und Blicke von Männern als körperliche Bedrohung empfindet. Und zwar, wie Sie schreiben: "In Deutschland reichen die physischen und psychischen Auswirkungen auf Millionen von Menschen nicht aus, um die Politik zum Handeln zu bewegen" für MILLIONEN Frauen, die jetzt alle in psychotherapeutische Behandlung müssen? Wenn Sie dies nicht aushalten, dann könnten Sie das Land wechseln und mit Tschador zum Islam konvertieren.

Ihr Satz: "Seit ich elf Jahre alt bin, wurde ich immer wieder mit verbaler Sexualisierung und Objektifizierung konfrontiert" deutet auf eine posttraumatische Belastungsstörung durch ein VERBALES sexuelles Trauma in Ihrer Kindheit hin und kann auch heute noch psychologisch therapiert werden. Dazu könnten Sie sich Hilfe holen, es gibt einige Frauen-Gruppen zu sexuellen kindlichen Traumata. Allein, mit ein paar Leidensgenossinnen und mit Kreide wird dieses Problem nicht zu bewältigen sein, besonders da Sie Ihre Erlebnisse und IHRE Angst auf Frauen in ganz Deutschland übertragen.

Ich denke und weiss, wir anderen Frauen von heute sind mutig und selbstbewusst genug, bei diesen leichten verbalen "Attacken" einfach weiterzugehen und darüber zu lächeln. Dazu gibt es Kurse: "Keep smiling". Oder war Ihre Lesermeinung schon ein vorgezogener Silvesterscherz?

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