Lesermeinung

Zur Wohnqualität in Unterkochen

Die Unterkochener Ortschaftsräte scheinen nicht an einer Steigerung der Einwohnerzahl, deren Verjüngung oder Erhalt der Bürger in Unterkochen interessiert zu sein. Vielmehr geht es um die Industrialisierung des Standortes. Bereits heute ist die Lärmbelästigung in vielen Bereichen ohne den geplanten Neubau überschritten. Das geht bereits jetzt aus den Gutachten, welche im Zusammenhang mit dem Baugesuch der Firma Palm erstellt wurden, deutlich hervor.

Was tun die Ortschaftsräte für die Reduzierung der bereits überschrittenen Lärmbelästigung, welche bekanntlicher Weise krank macht, selbst wenn es einen nicht wirklich offensichtlich stört?

Ist das Ziel unzufriedene und kranke Menschen in Unterkochen? Diese dienen dann auch nicht mehr der Wirtschaft und den hohen Steuereinnahmen, welche sich die Gemeinde- und Ortschaftsräte durch ein Bleiben der Firma Palm ausrechnen. Wird die Gesundheit der Bürger hinter die Interessen der Wirtschaft gestellt? Es wird immer von Arbeitsplätzen bei Palm gesprochen, nicht jedoch davon, dass diese Arbeitsplätze (durch Produktivitätssteigerung der neuen Anlage) trotz Neubau in Richtung Ortsmitte abgebaut werden sollen.

Für den Körper spielt es zunächst keine Rolle, ob der Lärm bewusst wahrgenommen wird oder im Schlaf. So oder so reagiert er auf den Lärm. Die Tiefschlafphasen verzögern sich. Unsere geliebten Kinder reagieren anders als Erwachsene mit Erkrankungen der Atemwege. Ein Viertel der europäischen Bevölkerung ist laut WHO zu hohem Lärm in den Nachtstunden ausgesetzt. Im konkreten Fall führt dies dazu, dass unsere Kinder nicht in unserem Haus in Unterkochen wohnen wollen aufgrund der Belastung und der weiteren Industrialisierung Richtung Ortsmitte, und als Konsequenz Unterkochen verlassen. Wollen wir nur noch Greise in Unterkochen, welche alles Übel über sich ergehen lassen? Im Übrigen steigt im Falle Palmerweiterung die Anzahl der Lkw laut Gutachten deutlich an und die Straßenbelastung und Umweltbelastung gehen weiter in die Höhe.

© Gmünder Tagespost 22.05.2018 15:53
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