Diese Dübel schützen gedämmte Fassaden

Ratgeber Das nachträgliche Anbringen von Außenleuchten, Kameras oder Türkommunikationsanlagen kann die Wärmedämmung verletzen und zu Bauschäden durch Kondenswasser oder Schimmelbildung führen.
  • Foto: Nestor Bachmann/dpa-mag

Eine gedämmte Hausfassade ist nur so lange gut, wie sie wirklich dicht hält. Deswegen sollte man nicht unbedacht einen Nagel in die Wand schlagen oder eine Schraube eindrehen – die Dämmung könnte dann ihre positiven Eigenschaften verlieren. Sonderlich robust sind die meisten Lösungen nämlich nicht.

Bauschäden vorbeugen

Bei Neubauten und Sanierungen werden oftmals Wärmedämmverbundsysteme aus Polystyrol oder Mineralwolle an der Außenwand befestigt und mit einem Unterputz versehen. Darauf folgen Putz und Anstrich. Schraubt man hier eine Lampe, einen Briefkasten oder ein Vordach einfach so an, würde das die Außenhaut verletzten. „Solche Leckagen führen dann nicht nur zu erheblichen Wärmeverlusten, sondern können auch Bauschäden durch Kondenswasser oder Schimmelbildung nach sich ziehen“, erklärt Stefan Born von der Initiative Elektro+.

Spezielle Dübel notwendig

Für solche gedämmten Wände sind daher spezielle Dämmstoffdübel erforderlich. „Durch ihre schneckenförmige Form lassen sie sich gut in die Außenwand einschrauben“, erklärt Robert Raschke-Kremer, Trainer an der DIY Acadamy. Spreizdübel, wie sie für Beton und Mauerwerk verwendet werden, sind dagegen nicht geeignet. Sie finden in der weichen Dämmstoffschicht keinen festen Halt.

„Wichtig ist, die Arbeiten fachgerecht auszuführen, damit durch die Bohrlöcher keine Kältebrücken entstehen“, betont Raschke-Kremer. Für Wärmeverbundsysteme gibt es spezielle Dübel zur thermisch getrennten Befestigung von Gegenständen. Wo es möglich ist, sollte aber lieber ein guter Kleber verwendet werden, der die Dämmung nicht verletzt.

Wird die Fassade neu gedämmt, sollten Bauherren schon im Vorfeld überlegen, wo später Elemente hängen sollten. „Die entsprechenden Befestigungssysteme können nämlich schon installiert werden, bevor die Dämmschicht drauf kommt“, erläutert Raschke-Kremer.

Wichtig ist, die Arbeiten fachgerecht auszuführen.

Robert Raschke-Kremer
Trainer DIY Academy

So gibt es zum Beispiel für Elektroinstallationen universelle Geräteträger. Diese halten etwa Außenleuchten, Kameras oder Türkommunikationsanlagen sicher und sorgen zugleich für einen luftdichten Anschluss an die Fassade. „Diese Geräteträger werden direkt am Mauerwerk befestigt und vollständig mit Dämmmaterial ausgefüllt“, erläutert Elektro-Experte Born. Wer erst später etwas installiert, kann zu Gerätedosen und Mini-Geräteträgern greifen, die Eindringen von Feuchtigkeit verhindern und Dämmwirkung sowie Luftdichtheit erhalten.

Schweres sicher anbringen

Die Fassade muss das Gewicht der Installationen tragen können. Kleine Schilder oder die Hausnummer finden in der Dämmschicht vielleicht noch genügend Halt. Aber schon ein Briefkasten oder eine Außenleuchte müssen fest mit dem Mauerwerk verbunden sein, damit sie nicht herunterfallen.

Für schwere Gegenstände an Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen gibt es zugelassene Abstandsmontagesysteme. Für mittelschwere Elemente wie Leuchten, Briefkästen, Satellitenschüsseln oder Regenfallrohre reichen auch einfachere Elemente zur Verankerung im Mauerwerk. „Wichtig ist, dass sie lang genug sind, um gut im Untergrund zu greifen“, betont Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim Zentralverband Deutsches Dachdeckerhandwerk.

Die Montage wirklich schwerer Elemente ist allerdings keine Arbeit für den Durchschnitts-Heimwerker, betont Rühle. Besonders bei schweren Bauteilen wie Markisen oder Vordächern muss die Befestigung oft riesige Kräfte aushalten. Hier sollte man lieber Profis engagieren. dpa

© Gmünder Tagespost 16.02.2018 17:57
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