Fünf Tipps für perfekte Bohrlöcher

Ratgeber Manche Fälle sind für den Profi. Aber Löcher bohren kann prinzipiell jeder. Doch spätestens bei der Auswahl der Dübel schadet etwas Beratung nicht. Der Weg zum richtigen Bohrloch geht über fünf Schritte.
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Nach Rohren und Kabeln suchen: Wer die Wand nicht selbst gebaut hat, weiß auch nicht, wo genau Kabel und Rohre verlaufen. Dafür eignet sich ein Kabelsuchgerät. „Es findet sowohl strom- und spannungslose als auch -führende Leitungen in der Wand.“ Noch besser sind sogenannte Leitungssucher. „Sie reagieren auf Metall, finden also Kabel, aber auch Gas- und Wasserleitungen, die meist aus Metall sind.“, sagt die Expertin.

Wandbeschaffenheit prüfen

Die Auswahl von Dübeln und Bohrern richtet sich nach der Wand. Wer nicht weiß, was er vor sich hat, kann den Vermieter fragen oder in der Baubeschreibung nachsehen. Ansonsten bleibt nur die Probebohrung.

Die Farbe des Bohrmehls und der Widerstand geben Hinweise auf die Wand: Rotes Bohrmehl und gleichmäßiger Widerstand weisen auf Vollziegel hin, rotes Mehl und wechselnder Widerstand auf Hohlziegel. Weißes Bohrmehl und starker Widerstand sind Zeichen für Kalksandstein, weißes Mehl mit kaum Widerstand für Gasbetonstein. Graues Bohrmehl und starker Widerstand sind typisch für Beton, und graues Bohrmehl mit sehr leichtem Widerstand für Gipskarton.

Dübel und Schraube wählen

Klapp-, Spreiz-, Schuppen- oder Hohlwanddübel: Wer sich hier nicht auskennt, kauft schnell falsch. Auch für Gipskarton- und Gasbetonstein-Wände gibt es entsprechende Dübel. Laien sollten die Hinweise auf der Verpackung genau lesen. Dort wird erläutert, welcher Dübel sich für welchen Untergrund eignet und welche Schraube passt.

Genau anzeichnen

Ist der ideale Platz für Regal, Hängeschrank oder Flachbildfernseher gefunden, müssen die Punkte für die Bohrungen angezeichnet werden. «Dafür brauche ich eine Wasserwaage», sagt Raschke-Kremer.

Heftpflaster hilft

„Man muss immer ohne Schlag arbeiten, außer man hat eine Steinwand vor sich“, rät Raschke-Kremer. Für eine Betonwand muss ein Bohrhammer her, ergänzt Woelk. Bei weichen Materialien genüge oft ein Akkubohrschrauber. Gegen das Abrutschen des Bohrers hat Woelk einen weiteren Tipp: „Einfach Heftpflaster oder zwei Streifen Kreppband über Kreuz auf die Bohrstelle kleben. Das gibt Halt.“

Nicht jeder darf bohren

„Mieter sind in der Regel schadenersatzpflichtig, wenn sie in die Fliese bohren“, sagt Jens Fellhauer, Geschäftsführung des Bundesverbandes Keramische Fliesen. Fugen sind weniger problematisch, da man sie wieder auffüllen kann. Vorher sei die schriftliche Genehmigung des Vermieters allerdings jederzeit ratsam. dpa

© Gmünder Tagespost 15.06.2018 17:30
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