Hilfreiche Putztipps für Allergiker

Ratgeber Für Menschen mit empfindlicher Haut oder für Asthmatiker sind Aufgaben im Haushalt oft zusätzlich belastend. Bei Reinigungsmitteln gilt: Weniger ist oft mehr.
  • Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag

Nicht nur sauber, sondern funkelnd rein soll die Wohnung sein? Beim Putzen sollten Allergiker Chemie aber lieber zurückhaltend einsetzen. Aber auch für alle anderen gilt: Weniger ist mehr – um nicht selbst zum Putzmittel-Allergiker zu werden.

Tipps für Menschen mit empfindlicher Haut:

In vielen Putzmitteln stecken Substanzen, die Kontaktallergien verursachen können. „Duftstoffe, Konservierungsmittel und Tenside sind die bekanntesten Auslöser“, erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Sie werden über die Haut aufgenommen und können Ekzeme hervorrufen. „Wer regelmäßig mit Reinigungsmitteln putzt, die solche allergenen Stoffe enthalten, erhöht die Gefahr einer Sensibilisierung und eines allergischen Ekzems“, sagt Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Es gibt aber auch nicht-allergische Ekzeme. Sie entstehen durch den häufigen Kontakt mit Wasser, Seife und hautreizenden Substanzen.

Das Problem: Wir reagieren nicht per se auf Duftstoffe, sondern nur auf bestimmte. Wer mit Hautekzemen Probleme hat, sollte einen Allergologen aufsuchen, rät Lämmel. Doch selbst wer weiß, auf welchen Stoff er reagiert, kann nicht immer herausfinden, in welchem Putzmittel dieser steckt. Betroffenen bleiben nur Produkte, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind.

Tipps für Menschen mit empfindlichen Bronchien:

Asthmatiker und Menschen, die Probleme mit den Bronchien haben, sollten auf duftstofffreie Putzmittel zurückgreifen. Denn über das Reinigungsmittel können sie in die Bronchien gelangen und eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen. Auch Bio-Putzmittel können solche Reaktionen auslösen. „Sie enthalten statt chemischer Duftstoffe etwa ätherische Öle, die das Bronchialsystem genauso reizen können“, warnt Lämmel.

Torsten Zuberbier von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung rät Asthmatikern zudem: „In jedem Fall Sprühflaschen meiden und auch sonst keine aggressiven Reiniger sprühen. Besser ist es, das Reinigungsmittel auf einen Schwamm zu geben und zudem eine Atemmaske zu tragen, wenn man stark anfällig ist.

Im Hausstaub sammeln sich nicht nur der Kot von Milben, sondern auch Pollen oder Schimmelpilzsporen.

Heike Behrbohm, Allergieexpertin

Tipps für Menschen mit Hausstauballergie:

Wer auf den Kot von Hausstaubmilben reagiert, muss für eine möglichst geringe Belastung sorgen. „Wer glatte Böden hat, sollte immer feucht wischen, bei starker Allergie gerne täglich“, rät Zuberbier. „Wer Teppiche hat, verwendet am besten einen Staubsauger mit Hepa-13-Filter, der auch kleinste Partikel zurückhält.“

Vom trockenen Kehren rät der Experte auf jeden Fall ab, denn das wirbelt den Staub auf. Auch Regale sollten daher besser mit einem feuchten Lappen gereinigt werden, der den Staub aufnimmt.

Tipps für Pollenallergiker:

Pollenallergiker sollten darüber nachdenken, Fensterschutzgitter anzubringen, die die Pollen fernhalten. Auch Pollenallergiker sollten regelmäßig putzen. „Im Hausstaub sammeln sich nicht nur der Kot von Milben, sondern eben auch Pollen oder Schimmelpilzsporen“, erklärt Expertin Heike Behrbohm. dpa

© Gmünder Tagespost 06.04.2018 17:56
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