Was mit Mini-Solarmodulen möglich ist

Stromerzeugung Die kleinen Panele lassen sich ganz einfach an Balkon oder Terrasse installieren, im Falle eines Umzugs bequem mitnehmen und produzieren bis zu 20 Prozent des Eigenbedarfs an Strom.
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Weil jetzt auch in Deutschland kleine Mini-Solaranlagen für Balkon oder Terrasse erlaubt sind, ergibt sich für Mieter und Eigentümer gleichermaßen die Möglichkeit, erneuerbare Energie einzusetzen.

Was ist eine Mini-Solaranlage?

Mini-Solar-Anlagen sind steckbare Solaranlagen, die sich leicht auf- und wieder abbauen lassen. Sie eignen sich dadurch für den Einsatz auf Balkon und Terrasse - und sind ideal für Mieter. Die Anlagen lassen sich bei einem Umzug auch einfach mitnehmen.

Wie viel Strom erzeugen sie?

Eine typische Anlage besteht aus ein bis zwei Modulen. Die kleinsten haben eine Leistung von circa 150 Watt, die größten von 600 Watt. „Mit 600 Watt lassen sich in Süddeutschland bis zu 660 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Das sind 20 Prozent des Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts“, sagt Marcus Vietzke, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). In energieoptimierten Haushalten sind Mini-Solarkraftwerke eine effiziente Möglichkeit, den Strombezug zu senken.

Wie ist die Amortisation?

Vietzke macht eine Beispielrechnung auf: Eine steckbare Solaranlage mit 270 Watt inklusive Zubehör und Lieferung gebe es bei seriösen Händlern für rund 470 Euro. Im besten Fall produziert das Gerät jährlich 300 Kilowattstunden Strom für je 7 Cent und vermeidet den Bezug von Netzstrom für 29 Cent pro Kilowattstunde. Das kann bei aktuellen Strompreisen 87 Euro pro Jahr Ersparnis bedeuten. Das Gerät würde sich auf Basis dieser Rechnung nach fünf Jahren amortisiert haben.

Wo schließt man sie an?

Mit 600 Watt lassen sich in Süddeutschland bis zu 660 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Dies entspricht 20 Prozent des Stromverbrauchs des deutschen Durchschnittshaushalts.

Marcus Vietzke
Deutsche Gesellschaft
für Sonnenenergie

Im Prinzip lasst sich das Gerät an eine Steckdose hängen - und gemäß der neuen Norm DIN VDE 0100-551-1, die voraussichtlich 2019 in Kraft tritt, darf es in jeden Stromkreis angeschlossen werden. Für einen normgerechten Anschluss muss dieser Stromkreis aber eine spezielle Einspeisesteckdose aufweisen, die mit der maximalen Anschlussleistung gekennzeichnet ist. „Hersteller können aber auch Geräte anbieten, die an vorhandene Steckdosen angeschlossen werden“, sagt Vietzke.

Was ist Voraussetzung?

„Es ist verboten, Zähler rückwärts laufen zu lassen“, betont Alexander Nollau vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE). Das würde aber passieren, wenn mehr Energie eingespeist als verbraucht wird. „Deshalb ist man rechtlich auf der sicheren Seite, wenn der Zähler eine Rücklaufsperre hat.“ Ist diese nicht vorhanden, sollte der Zähler vom Messstellenbetreiber getauscht werden. In den meisten Fällen ist dies der Netzbetreiber.

Gibt es technische Risiken?

Die kleinen Anlagen sind so dimensioniert, dass kaum Strom in das öffentliche Netz gelangt, sondern im Haus verbraucht wird. „Für einzelne Fälle wäre das Einspeisen sicher unproblematisch“, sagt Nollau. Es gibt in Deutschland aber über 700 Netzbetreiber, und man bekommt bisher unterschiedliche Auskünfte von ihnen. Daher müsste man sich genau mit dem Thema beschäftigen und umfangreiche Recherchen anstellen.

Besteht Brandgefahr?

Nein, betont Vietzke. Er bezieht sich auf Untersuchungen, nach denen mit 600 Watt aus zwei Solarmodulen nicht genug Energie zugeführt wird, um eine fehlerfreie Elektroinstallation zu überlasten. Dies zeigen auch die Erfahrungen mit rund 250 000 steckbaren Solargeräten in anderen europäischen Ländern. dpa

© Gmünder Tagespost 12.01.2018 17:56
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