Kommentar: Jürgen Steck zum Ausgang der Wahl

Glanzvoller Sieg Brüttings

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Jürgen Steck

Es war ein glanzvoller Wahlsieg, den Frederick Brütting an diesem Sonntag eingefahren hat. Im ersten Wahlgang und mit sensationellem Abstand gewinnt der SPD-Politiker und Heubacher Bürgermeister die Oberbürgermeisterwahl in der größten Stadt Ostwürttembergs – in einer Klarheit, die keinen Platz lässt für Fehlinterpretationen. Das ermöglicht dem künftigen Aalener Oberbürgermeister einen schwungvollen Start.

Gründe für Brüttings Sieg gibt es viele. Zunächst einmal war er der Erste, der aus der Deckung kam. Und als er sich entschieden hatte, war er da: fokussiert und konzentriert. Brütting hat einen modernen, engagierten Wahlkampf geführt – auf allen Ebenen, digital und analog. Bei den corona-bedingt wenigen klassischen Wahlkampfauftritten war Brütting gut vorbereitet, war rhetorisch fit – und entfaltete seine Idee von einer sozialen, klimagerechten Stadt. Brütting hat kaum Fehler gemacht. Und, ja, er hat sein Netzwerk genutzt. Manche haben ihm das vorgeworfen. Was ist schlecht daran? Dumm wäre, es nicht zu tun.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die formal wichtigste Mitbewerberin Brüttings, Catherine Rommel (CDU), eine Gegnerin war, die Brüttings Ambitionen nie wirklich gefährlich wurde. Erst spät hat sie ihre Kandidatur erklärt. Sie war oft nicht so informiert, wie sie hätte sein können. Und war im direkten Aufeinandertreffen immer die gefühlte Nummer zwei. Dass sie nicht das Netzwerk des Ostälblers Frederick Brütting hat, war klar. Aber einen Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister in Aalen gute Politik erklären zu lassen, das zeugt von wenig Fingerspitzengefühl. Man hätte gern erlebt, wie Inge Birkhold abgeschnitten hätte, wenn sie angetreten wäre, ob mit oder ohne CDU.

Dass der fleißige Matthias Müller die 5-Prozent-Hürde geschafft hat, freut – genauso wie das schwache Abschneiden von Marcus Waidmann (AfD) und, mehr noch, Stefan Schmidt. Dass gerade mal ein Prozent der Wähler dessen Stinkstiefeleien mit einer Stimme goutierte: eine schöne Randerscheinung.

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