Wie Gmünd auf die Folgen der Corona-Krise für Schüler reagiert

Resolution ans Ministerium ist eine Nebelkerze

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Michael Länge
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Mit Resolutionen ist es wie mit journalistischen Kommentaren: Sind sie nicht klar, taugen sie nichts. Denn dann sind sie mehr Nebelkerze als konstruktiver Lösungsansatz.
Gmünds Stadtverwaltung und Gmünds Stadträte wollen am kommenden Mittwoch eine Resolution an das Kultusministerium verabschieden. In dieser heißt es: Die Situation des ausschließlichen Fernunterrichts überfordere Kinder und deren Familien.

Mehr und mehr Kinder würden kaum erreicht. Der Frust wachse und der Bildungsplan könne nur eingeschränkt umgesetzt werden. Stimmt!

Weiter geht's so: Die Schule fehle als Ort der Persönlichkeitsentwicklung und Begegnung. Stimmt auch. Dabei versichern Pädagogen, Schulen und die Stadt, mit ganzer Kraft dafür zu arbeiten, dass die Pandemie so wenig Bildungsverlierer hinterlässt wie möglich. Um dies stemmen zu können, wollen sie die „passenden Instrumente“. Die da wären: Zeit. Und Flexibilität für die Schulen. Das war's.
Diese Resolution ist ein Beispiel für eine Nebelkerze. Unklar, weil jeder anders deutet, was mit Zeit und Flexibilität gemeint ist. Unkonstruktiv, weil sie keine konkreten Vorschläge macht oder Forderungen erhebt. Wenn es Schülern wirklich so schlecht geht, wie vielfach beschrieben, muss das Land Geld in die Hand nehmen. Die Resolution muss deshalb mehr Lehrer fordern. Mehr Schulsozialarbeiter. Eine bessere digitale Ausstattung. Und sie muss eine ernsthafte Debatte in diesem Land anstoßen, ob und unter welchen Bedingungen Schüler ein Schuljahr wiederholen.
Im Klartext: Die bisherige Resolution taugt nichts. Dies zu ändern, dazu haben Gmünds Stadträte am kommenden Mittwoch im Gemeinderat die Gelegenheit. Michael Länge

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