Corona und die Folgen für die Bildung

Schülern mit „3-statt-2“ eine Chance geben

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Michael Länge
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Endlich mal ein guter Vorschlag: Um von Corona gebeutelten Schülern zu helfen, wollen die Schulleiter Thomas Eich und Bernd Gockel Schülern anbieten, sich den Stoff von zwei Schuljahren in drei Jahren anzueignen. Um so das durch Corona entstandene Wissensdefizit zu beseitigen. Das ist gut, sogar richtig gut, weil der Vorschlag übertrifft, was bislang angeboten worden ist:

Ob dies Lehramtsstudenten sind, die an Schulen aushelfen sollen. Ob dies Nachhilfestunden sind. Oder ob dies Sommerschulen sind, auf die die Schüler, Hand aufs Herz, in den Sommerferien kaum große Lust haben dürften. All diese Vorschläge sind Tropfen auf heiße Steine.
Der Vorschlag von Thomas Eich und Bernd Gockel hingegen muss auf Herz und Nieren geprüft werden. Wenn alle Schüler teilnehmen sollen, da hat Christian Baron recht, wird's nicht einfach. Dass alle Schüler und Eltern dies mittragen, ein solches Vorhaben wäre vielleicht vor 30 Jahren umzusetzen gewesen. In der heutigen Zeit des Individualismus mit zunehmender Tendenz zum Egoismus wird das nicht gelingen. Deshalb müssen Schulen, Stadtverwaltung, Eltern und Schüler überlegen, ob „3-statt-2“ anders umgesetzt werden kann. Nämlich so: Diejenigen Schüler, die das „3-statt-2“-Projekt nutzen wollen, sollen die Möglichkeit bekommen. Die anderen bleiben im altbekannten Rhythmus. Kommen nicht genügend Schüler zusammen, könnten weitere Schüler einbezogen werden. Aus Lorch, aus Heubach, aus Mutlangen. Ein Ort für den Unterricht müsste gefunden werden, alle Schulen müssten Pädagogen bereitstellen. Dies ist, ja, eine gigantische logistische Herausforderung. Aber es ist eine, die zu durchdenken sich lohnt. Michael Länge

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