Lesermeinung

Alle Fakten auf den Tisch

zum Thema Krankenhaus-Konzept für den Ostalbkreis

Im Jahr 2017 trat das „Klinikkonzept 2020“ in Kraft, das den Zusammenschluss der Krankenhäuser in Aalen, Mutlangen und Ellwangen zu den Kliniken Ostalb bewirkte. Im Rahmen dieses Konzeptes sollten alle drei Standorte erhalten bleiben, gleichzeitig deren Kompetenzen gebündelt, Kosten eingespart und die Weichen für die Zukunft gestellt werden. (...) . Heute, fünf Jahre später, wird dieses Projekt als gescheitert erklärt. Anstatt nun aber in Ruhe und mit klarem Blick die Gründe des Scheiterns zu analysieren, wird flugs ein neues Konzept entwickelt, (...). Dieses neue Konzept sieht die Schließung von mindestens zwei, vielleicht sogar aller drei vorhandenen Kliniken und den Neubau eines zentralen Klinikums auf der grünen Wiese vor. Die Kostenschätzungen gehen dabei, Stand heute, von mehreren hundert Millionen Euro aus. Sollte nicht zunächst geklärt werden, woran das, noch gar nicht so alte Konzept gescheitert ist? War das Konzept falsch, oder ist es einfach nur nicht gut umgesetzt worden? War am Ende gar nicht das Konzept schuld, sondern hat die Corona-Krise für den Anstieg der roten Zahlen gesorgt? Der geplante Total-Umbau der Krankenhauslandschaft im Ostalbkreis betrifft alle Menschen die hier leben gleichermaßen, ob als Patient oder Patientin oder als steuerzahlenden Bürger. Es muss daher eine umfassende Information der Bürgerschaft erfolgen. Es müssen alle Fakten auf den Tisch kommen, die vorhandenen Gutachten veröffentlicht werden, damit eine öffentliche Debatte in Gang kommen kann. Eine abschließende Beratung mit gleichzeitiger Entscheidung durch den Kreistag bereits am 26. Juli 2022 erscheint unter dem Gesichtspunkt der Transparenz viel zu kurzfristig. Wenn die Politik so oft von mündigen Bürgern spricht, dann muss sie uns mündigen Bürgern auch genügend Zeit und ausreichend Informationen geben, um solche für uns (lebens-) wichtigen Entscheidungsprozesse zu verstehen und zu beeinflussen.

Fritz Taschinski

Ellwangen

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare