Lesermeinung

Bandera: Nicht nur ein Held

Zur ukrainischen Geschichte:

Fast alle Menschen besitzen die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung. Diese Fähigkeit ermöglicht ihnen die Fremdwahrnehmung. Sie beurteilen Fremde und Andere anhand ihres Selbst. Menschen nehmen die Realität als raumzeitliche Wirklichkeit wahr und speichern alle Umwelteinflüsse und ihre Selbstwahrnehmung als autobiografisches Gedächtnis ab. Abhängig von den wahrgenommenen Umwelteinflüssen kann sich das Selbst und somit die Persönlichkeit verändern. Bei Richard Wagner schaffen es Musikbewunderer z.B. seine Persönlichkeit zu spalten und bewundern sein künstlerisches Werk und verdammen seine faschistischen Vorstellungen. Stepan Bandera war ein ukrainisch-antisemitisch-faschistisch-ultranationalistischer Terrorist und Mörder, der von seinem griechisch-katholischen Vater, einem Priester, erzogen worden war. Für die Ukraine ist 2022 Deutschland ein Verbündeter und Russland der Todfeind. Der ukrainische Botschafter Andrej Melniyk und ein Teil der ukrainischen Bevölkerung teilen die Persönlichkeit Banderas und es bleibt nur der nationale Held übrig, der bis 1953 dafür gesorgt hat, das in der Westukraine Russen systematisch getötet wurden. In wie viele Teile darf man eine

Persönlichkeit teilen?

Manfred Bartel, Aalen

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