Lesermeinung

Bauen muss sich ändern

Zu: „Neue Bauplätze sollen her“, Schwäpo vom 16. Januar

Wir befinden uns in einer unabsehbaren Klima- und Energiekrise. Wir haben einen bedrohlichen Flächenverbrauch und erhebliche Folgen der demografischen Entwicklung zu meistern. Ich frage mich, ob es in dieser Situation eine intelligente, nachhaltige, zukunftsorientierte Vorgehensweise unserer Landbürgermeister und deren Räte ist, allen voran Abtsgmünds Bürgermeister Armin Kiemel, neuen Wohnraum hauptsächlich mit dem Bau neuer Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese schaffen zu wollen, nach ganz altem Muster?

Unser Wohnflächenverbrauch pro Kopf steigt unaufhörlich und

die Zuwanderung tut ihr Übriges. Müsste es den Menschen nicht eher ermöglicht werden, ihre jeweilige Wohnsituation an ihre Lebenssituation anpassen zu können? Beispielsweise, junge Familien wohnen im bereits bestehenden Haus mit Garten, das Ältere gerne für eine barrierefreie Wohnung verlassen würden? Es muss mehr in (Geschoss-)Wohnungsbau für eine Zeit zwischen Familie und Pflegeheim investiert werden. Nicht nur in Seniorenresidenzen, die sich keiner leisten kann.

Im Übrigen benötigen unsere Landwirte die verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen dringend, wenn sie zu unser aller Wohl auf Bioanbau setzen. Deshalb sollte auch bei der Entscheidung, eigene Flächen für ein paar Euros zu verkaufen, das Gewissen siegen, das verkleinert den eigenen CO²-Fußabdruck ungemein. „Nein, meine Wiese geb ich dafür nicht!“

Heidi Beisswenger

Abtsgmünd

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