Lesermeinung

Bundespolitik und die Realität

Zur Berichterstattung über die Bundestagswahl:

In einer Mischung aus Anbiederei und krankhaftem Festhalten an der Macht verkündet der nicht des Wählens mächtige Hauptverlierer der Bundestagswahl, Armin Laschet, am Tag nach der Wahl, er werde ein „Koalitionsangebot“ machen. Derselbe Armin Laschet, der in der Spitzenkandidatenrunde von ARD und ZDF in der Woche vor der Wahl verlauten lässt, Energiewende mache auch Spaß und sein neues E-Auto, das Strom zu ca. 70 Prozent aus Kohleverstromung und Kernkraftstrom bezieht, sei sowieso eh viel toller als sein altes mit Verbrennungsmotor.

Es bestehen deutliche Zweifel daran, ob da ein Spitzenvertreter der deutschen Politik verstanden hat, worum es nicht nur bei der Klimawende geht. Mit Spaß wird das wohl am wenigsten zu tun haben. Nein, es geht um einen radikalen gesellschaftlich-politischen Richtungswechsel, der allen viel an Einschränkungen und finanziellen Kosten abverlangen wird.

Alles hätte so viel einfacher sein können. Hätten die Grünen nicht krampfhaft an ihrem Frauendogma festgehalten und eine talentierte, aber im politisch-operativen Geschäft auf Bundesebene völlig unerfahrene Annalena Baerbock zur Spitzenkandidatin erkoren, Robert Habeck hätte im

Vorbeigehen, quasi in Wahlsonntagsnachmittagsspaziergangsmanier, das Kanzleramt erobert.

Stefan Weber

Aalen

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