Lesermeinung

Fakten sollten entscheiden

Zum Thema Limesthermen:

Endlich wollen Stadtwerke die Konsequenz aus der unverantwortlichen Kosten- und Energieverschwendung von warmen Außenbecken ziehen. Alles spricht von Umweltschutz und Erderwärmung. Mit Protesten war zu rechnen. Denn wer gibt schon Liebgewordenes ab, zumal, wenn die Allgemeinheit für einen Teil der Kosten aufkommt.

Die Entscheidung, das Becken wieder bis mindestens zum 20. Januar zu öffnen, ist sinnvoll, um sachlich das Für und Wider abzuwägen. Erwartet hätte ich, dass sich die Grünen mit dem Umweltgedanken und der Erderwärmung auf die Seite der Stadtwerke stellen. Zum Warmhalten des Wassers wird viel Gas verbrannt, dessen CO2 als Treibhausgas geächtet ist. (...) Über die circa 35 Grad warme Wasserfläche des Außenbeckens bläst im Winter kalte Luft und kühlt das Wasser schnell ab. Ich frage die Befürworter: „Drehen Sie Ihre Heizung voll auf und öffnen gleichzeitig den ganzen Tag das Fenster?“ Sicher nicht! Aber genau das ist mit dem Außenbecken vergleichbar. Außenbecken werden zwar von Badenden gerne angenommene. Doch sie sind eine Prestigeeinrichtung aus der Zeit, als Öl und Gas noch billig waren und der Umweltgedanken keine Rolle spielte. (...)

Die Limes-Thermen belasten zwar nicht die Stadt Aalen, wohl aber die Stadtwerke und diese legt den Abmangel auf ihre Kunden um. Jeder Aalener zahlt, egal ob er das Bad nutzt oder nicht.

Für eine qualifizierte Entscheidung benötigt der Stadtrat am 20. Januar folgende Fakten. 1. Wie viele Kubikmeter Gas werden in den sechs Wintermonaten verbraucht. Welcher Anteil entfällt davon auf das Außenbecken? 2. Wie viele Tonnen CO2 werden wegen dem Außenbecken freigesetzt? 3. Dieser CO-2-Ausstoß entspricht …. Mittelklasseautos bei 12 000 km Fahrleistung. 4. Wie hoch sind die gesamten Heizkosten im Winterhalbjahr? Welcher Anteil entfällt davon auf das Außenbecken? 5. Wie hoch sind die Einnahmen im Winterhalbjahr, ohne Sauna? 6. Stehen nach 36 Betriebsjahren größere Investitionen an? Nicht Polemik und Bauchgefühl soll entscheiden, sondern klare Fakten!

Reinhold Jäger, Ellenberg

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