Lesermeinung

Gar kein banales Leben

Zur Debatte über "Straßenbenennung mit Frauennamen“ und den Leserbrief von Dr. Kurt-Helmut Scheidle:

Definitiv gibt es derzeit wesentlich wichtigere Themenfelder und Aufgaben, als sich bei Straßen-Benennungen zu engagieren. Und doch gehören Plätze und Straßen (Infrastruktur) zum Gesicht einer Stadt wie Rathaus, Kirche und Markt. Da „Bürgerinnen“ mehr als die Hälfte der Einwohnerschaft ausmachen, müssen Frauenleben in Aalen deutlicher sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Ganz klar hatte ich das bei der Ausarbeitung eines Stadtführungsformats vor Augen. Auf meiner Liste mit würdigen weiblichen Persönlichkeiten ganz oben steht Elisabeth Ohland, die mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, kurz bevor sie zu früh starb. Der Überschrift „Genderdebatte gleitet ab“ kann ich in diesem Fall nur zustimmen. „.. niveaulose Bezeichnung wie Frida-Heilbronn-Straße“, wie kommt man zu einer solchen Meinung? Frida Heilbron hatte ganz und gar kein banales Leben. Der Stolperstein vor der VR-Bank „spricht“ davon. Der Vorschlag und Beschluss war im Gemeinderat mehrheitsfähig, als eine Maßnahme „gegen das Vergessen“. Erinnerungskultur ist keine Einbahnstraße.

Gabriele Springer

Aalen.

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