Lesermeinung

Hass nicht die Bühne lassen

Zur Berichterstattung über den Suizid einer Ärztin nach Hetzangriffen:

„Uns wird immer gesagt, wir sollen ruhig sein, uns still verhalten, dann werde das mit den Drohungen schon aufhören.“ Dies sagte die Österreicherin Lisa-Maria Kellermayr kurz vor ihrem Selbstmord, gerade 36 Jahre alt.

Sie beging Suizid, nachdem sie monatelang von Corona-Leugnern aus der Querdenkerszene bedroht worden war. In den Augen der Polizei war die Österreicherin eine Frau, die auch selbst Schuld an ihrem Leid trug. „Sie hätte ja schweigen können.“ Die junge Landärztin warb öffentlich für Maskenpflicht und Corona-Impfungen.

Morddrohungen und Hasstiraden hatten die junge Frau zermürbt, obwohl sie sich an die Öffentlichkeit und die zuständigen Stellen gewandt hat. Letztlich führte dies zu ihrem sinnlosen Tod. Aussagekräftige Abschiedsbriefe sind vorhanden. Trotz ihres Todes kursieren Hassreden und Hetze weiterhin im Netz. Menschliche Abgründe tun sich hier auf.

Wie verroht und gefühlsverwahrlost können Menschen sein?

Das Internet wird mehr und mehr zum Nährboden der Gewalt. Menschen treibt das sogar in Verzweiflung und Tod. Gerade auch Jugendliche sind davon betroffen. Die Dunkelziffer ist riesengroß, so vermuten Experten.

Höchste Zeit, auch hier für die oft zu sehr „schweigende Mehrheit“ sich zu positionieren. Friedlich, aber laut und bestimmt. 95 Prozent dürfen nicht von 5 Prozent überstimmt werden. Dem tumben Hass darf nicht die Bühne gelassen werden. Schlimm genug, dass Facebook und Co. anscheinend nicht in der Lage sind, diese Straftaten, die Beleidigungen, Bedrohungen und Hetze nun mal sind, zu unterbinden.

Hier wäre stärkerer politischer Wille hilfreich.

Es gibt Hilfe bei Cybermobbing: Weißer Ring 116 006

Klaus Opferkuch

Neuler

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