Lesermeinung

Katze ist längst auf dem Baum

Zum Thema „Zerschlagung der Klinikstandorte“

In diesen Tagen gehört das Lob dem Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting, der das Tor aufgestoßen hat, und Pläne und Vorstellungen über das regionale Krankenhauswesen im Ostalbkreis der Öffentlichkeit offen legte. Der Paukenschlag und „Hammer des Jahres“ ist dabei laut Pressebericht die Schließung und Zerschlagung der Klinikstandorte Mutlangen und Aalen, sowie ein Krankenhaus – Neubau zwischen Aalen und Schwäbisch Gmünd – von über 500 Millionen Euro. Welcher Wahnsinn!

Ist denn den Verantwortlichen nicht bekannt, dass der Ostalbkreis mit nicht weniger als 1511 Quadratkilometer der drittgrößte Landkreis in Baden-Württemberg ist? Und genau dieser große ländlich, strukturierte Ostalbkreis muss doch mit anderen Augen und Maßstäben, was Grund- und Gesundheitsversorgung angeht, gesehen, bewertet und beurteilt werden.

Ich komme mir jedenfalls veräppelt und verar…..t vor, wenn jetzt plötzlich eine Bürgerbeteiligung eingefordert wird, nachdem seit Monaten/Jahren hinter verschlossenen Türen Fakten geschaffen wurden und die „Katze längst auf dem Baum“ sitzt und anscheinend fertige Umsetzungspläne längst in der Schublade liegen. Anders kann ich den einstimmig gefassten Beschluss des 18-köpfigen Lenkungsausschusses nicht einordnen, der die Schließung der Kliniken Mutlangen und Aalen sowie einen Neubau fordert.

Und so frage ich: Warum wurde nicht längst ein „Bürgerrat Kliniken Ostalbkreis“ eingesetzt, um von Anbeginn eine breite Klinik-Debatte und wegweisende Grundlagen für unseren Ostalbkreis zu bekommen?

Ja, Versorgungssicherheit der Bürger setzt eine gute Gesundheitsversorgung voraus und schließt nicht zuletzt eine gute dezentrale Krankenhausversorgung mit ein. Beide Kliniken Mutlangen und Aalen sind leistungsfähig, haben ein hoch geschätztes, fachspezifisches Ärzte-Team und Pflegepersonal und dürfen daher nicht dem Rotstift geopfert werden. Der Bürger hätte dafür absolut kein Verständnis.

Karl Maier, Aalen-Unterkochen

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare