Lesermeinung

Kein Frieden durch Waffen

Zum Thema „Schwere Waffen in die Ukraine“:

Jeden Tag toben seit über 6 Monaten schwere Kämpfe in der Ukraine mit horrenden Verluste, Zerstörung und unmenschlichem Leid. Der Ruf nach schweren Waffen - Panzern und Flugzeugen vom Westen vor allem aus Deutschland wird immer lauter. Und im gleichen Atemzug verlangt der ukrainische Präsident Selenskyj Wieder-Aufbau-Milliarden von nicht weniger als 350 Milliarden Euro. Verwundert es einen, wenn da immer mehr Bürger sagen: Hört auf, den Krieg mit immer und neuen Waffenlieferungen zu befeuern, denn das bringt doch nur Tod und Verderben. Und so darf man wohl ernsthaft in diesen Tagen darüber nachdenken, was der Ukraine-Krieg alles noch kosten und auslösen könnte. Denn die weltweite Hochrüstung widerspricht jedenfalls dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt und könnte uns noch näher an einen weltweiten Nuklearkrieg führen.

Ja, die weltweite Rüstungsdynamik und die massive Erhöhung des Rüstungsetats, fehlen doch bei der finanziellen Bewältigung von Nahrungsmittel und Energiesicherheit, der Klimaverwerfungen und der globalen sozialen Ungerechtigkeit.

Politik und ihre Diplomaten müssen doch endliche begreifen, dass nicht Wettrüsten der Friedensweg ist, sondern Abrüsten - Deeskalation - internationale Diplomatie und soziale Gerechtigkeit der einzige Weg zum Frieden ist. Denn bei dem, was wir beschönigend „Krieg und Verteidigung“ nennen, handelt es sich, wie jedermann weiß, um Massenvernichtung und Völkermord, verbrannte und vergiftete Erde und der Zerstörung der Schöpfung. Ja, und das Wort „Verteidigung“ ist doch vor dieser Wirklichkeit eine fromme Lüge. Waffenlieferungen und zusätzliche Rüstungs-Milliarden sind jedenfalls keine Konflikt-Lösung.

Karl Maier

Aalen-Unterkochen

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