Lehrpfad Landwirtschaft

Lehr- oder eher Leerpfad?

Es sei vorausgeschickt, dass ein derartiger Pfad eine tolle Sache wäre - wenn er denn stimmen würde. Dem aufmerksamen Betrachter fällt jedoch auf, dass auf verschiedenen Schildern der Weizen- und Gersteanbau und anderes, sprich die ganze Bandbreite der Landwirtschaft gepriesen wird. Tatsächlich erstrecken sich dahinter pure Maisfelder bis zum Horizont. Mit vertrocknetem Unkraut (bspw. „alte Gäule“-oxalhaltiger Ampfer und als Futter eher ungeeignet) übersäte Wiesen werden als Blüh- und Bienenwiesen bezeichnet. Und wenn ich mich recht erinnere, wurde die Biogasanlage früher als Musterexemplar der Schwemmmist- und Gülleverwertung bezeichnet, nun ist zu lesen, dass nur Mais und damit bestes Viehfutter hineingeworfen wird. Den Vogel schießt allerdings eine bullerbüähnliche Kuhfigur am Hof ab, mit Hörnern und kleinem Euter. Hundert Meter weiter befindet sich der Riesenstall mit hörnerlosen fellüberzogenen Rieseneutern, die erst bei näherem Hinsehen als Kühe erkenntlich sind. Schade um die Mühe, echte und wirklichkeitsbezogene Information sieht anders aus. Vielleicht wäre hier der leider unerwünschte Tag der Offenen Tür hilfreicher gewesen - der würde die tatsächliche Landwirtschaft, hier Milchwirtschaft auf dem Schlatthof zeigen, ganz ohne Bullerbü.

Achim Gromann

Waldstetten

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