Lesermeinung

Lurchi kontra Radfahren

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Zum SchwäPo-Artikel „Lebensretter für den Lurchi“ vom 26. Mai:

Die Rettungsaktionen für den Feuersalamander in der Hüttlinger Limesstraße können nicht hoch genug eingeschätzt werden, und den beteiligten Rettern gebührt volles Lob. Im erläuternden Begleittext weist der Autor des Artikels darauf hin, dass diese bedrohten Tiere „kurz vor dem Aussterben“ sind und unter Naturschutz stehen. Die Biotope, in denen diese hoch bedrohten Tiere noch vorkommen, sind selten geworden. Aber in den Schluchtwäldern des Ursprungs des Weißen Kocher und auch der Glashütte gibt es noch Vorkommen. (...)

Nun muss man aber auch einmal eins und eins zusammen zählen. Feuersalamander werden natürlich nicht nur durch Straßenverkehr, sondern Fahrverkehr überhaupt gefährdet. Die BI „Hände weg von der Schättere“ hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es mit Biotop- und Artenschutz nicht vereinbar ist, auch im letzten Winkel erhaltener Natur in einem FFH-Gebiet Rad zu fahren. Sinn und Ziel von FFH ist es ja gerade, Pflanzen und Tieren einen ungestörten Lebensraum zu reservieren. Selbstverständlich sind Tiere wie Feuersalamander – die ohnehin vor allem in der Dämmerung aktiv sind und deshalb schlecht gesehen werden – von Überfahren durch Radverkehr stark gefährdet. Blindschleichen, auf dem Weg ruhende Schmetterlinge, seltene Käfer usw. sind andere Beispiele. Leider werden diese Argumente von der (...) Fahrrad-Lobby notorisch ignoriert. Gerade in den Habitaten der Feuersalamander im FFH-Gebiet bei Unterkochen sind bereits in Mountainbiker-Karten mehrere Trails eingezeichnet (...). Wenn wir aber als Gesellschaft insgesamt Artenschutz ernst nehmen, (...) müssen wir auch da „Lebensretter für den Lurchi sein“, wo er noch in seinem natürlichen Lebensraum vorkommt und können deshalb nicht überall Radfahren erlauben.

Dr. Helmut Haas

Aalen-Unterkochen

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