Lesermeinung

Quo Vadis Oberkochen?

Zu den Plänen von Hensoldt

Dass Stadtverwaltung und Gemeinderat dabei sind, für die Firma Hensoldt ein neues Gewerbegebiet zu erschließen, ist (...) äußerst problematisch:

1. Möchten wir Oberkochener einer Firma den roten Teppich ausrollen, die über eine südafrikanische Tochterfirma Zielerfassungsoptiken für Kampfdrohnen in die Türkei liefert? Dort werden die Sensoren in Drohnen des Typs Bayraktar TB 2 eingebaut. Über Drohnen mit diesen Baugruppen von Hensoldt verfügt das autoritäre Regime von Turkmenistan; im Bürgerkrieg im Jemen wurden sie eingesetzt. Möchten wir solche Geschäftspraktiken unterstützen, die legal sein mögen, aber unmoralisch sind und auch Leitlinien deutscher Politik widersprechen, dass Waffentechnik nicht in Krisengebiete und an autoritäre Staaten verkauft werden soll?

2. Der Bebauungsplanentwurf für das Gewerbegebiet Süd III veranschlagt einen geringeren Flächenverbrauch – die Hanglage ist weniger steil – (..) , trotzdem würden ökologisch wertvolle Flächen, die Schutzstatus genießen („Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und „regionaler Grünzug“) geopfert. Das geplante Gebäude würde ein Mega-Bauwerk aus Beton, Stahl und Glas mit einer Höhe bis 20 Meter werden.

Oberkochener wehrt Euch gegen ein solches Vorhaben! Lehnt ein Malträtieren unserer schönen Hänge ab. Es gibt alternative Stadtorte in den Landkreisen Heidenheim und Ostalb, an denen keine ökologisch wertvollen Flächen betroffen sind. Beispiel Gewerbepark Ebnat: Der Behördenweg ist viel kürzer als beim Gewerbegebiet Süd III. Der Aufstellungsbeschluss wurde im März 2021 gegeben. Bei Süd III steht dieser noch aus.

Für Hensoldt hätte es also Vorteile, an anderer Stelle früher bauen zu können. Aber für Oberkochen gibt es viele gute Gründe, gegen die Pläne mobil zu machen.

Margarete Oehlmann und Susanne Hofmann, Oberkochen

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