Lesermeinung

Rassismus darf nicht sein!

Die hässlichen Seiten des (Amateur-)Sports / TSV Mutlangen

Nach nun mehr als 40 Jahren auf Sportplätzen ist es traurig zu sagen, dass es immer noch Szenen gibt, die weder auf als auch neben dem Platz Etwas zu suchen haben. Als Mensch mit Migrationshintergrund bin ich dieses Verhalten leider gewohnt, kann und will mich trotzdem nicht daran gewöhnen!!!

In den vergangenen zwei Jahren war es besser, jedoch ist dies Corona geschuldet gewesen. Mit der Rückkehr zum Spielbetrieb kommt auch der traurige Alltag zurück.

Als Trainer im gesetzten Alter weiß ich, wie ich damit umgehen muss. Sebastian Steinke, einer meiner Spieler wurde aufgrund seines Migrationshintergrundes von einem Zuschauer unter der Gürtellinie beleidigt. Jeder der ihn kennt weiß, was für eine feiner junger Kerl er ist. In der Regel genießt er Respekt, sowohl bei den Mitspielern als auch bei den Gegnern.

Vorab sei nochmals erwähnt - unsere Anerkennung und Gratulation gilt dem TSGV Rechberg, die verdient Meister wurden.

Am Rande des Spitzenspiels in der Kreisliga B1 wurde der TSGV Rechberg Meister. Das Ergebnis (0:0) war genauso Nebensache wie das Spiel. Fremdschämen war angesagt. Viele Spieler und Verantwortliche des TSGV Rechbergs entschuldigten sich – was nicht entschuldbar ist - für das, was da neben dem Sportplatz passiert war. Natürlich konnten gerade diese nichts dafür und wir gratulierten Ihnen zur gewonnenen Meisterschaft. Einen faden Beigeschmack werden auch sie bei ihrer Feier gehabt haben.

Der Schiedsrichter stand wohl 10 m neben dem Geschehen und beteuerte, dass er nichts gehört habe. Leider fand die Aktion auf der anderen Seite des Sportplatzes und in den letzten Minuten des Spiels statt. Ansonsten hätten wir nicht weggehört und uns solidarisch gegenüber Sebastian erklärt und wären nicht mehr auf den Platz zurückgekehrt.

Es geht hier auch nicht um das Spiel oder den Vorfall, sondern vielmehr um das was leider auf den Sportplätzen immer wieder auftaucht. Es gilt die hässliche Seite des Sports auch zu beleuchten und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen.

Unser Appell geht an den WFV, alle Schiedsrichter, Verantwortliche von Vereinen und alle Spieler. Rassismus muss geahndet und darf nicht geduldet werden. Mutige Schiedsrichter und klare Sanktionen – auch gegenüber Zuschauern. Rassismus hat auf und neben dem Platz nichts verloren.

Micha Joos, Oliver Stickel, Stefan Wagenblast, Fabian Nagel und Ümit Tekir

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