Kommentar

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dat Tobias Dambacher
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Eine Fußball-EM, die 2021 „UEFA EURO 2020“ heißt und in Zeiten der Pandemie in zwölf Ländern gleichzeitig stattfindet - uns stehen spannende vier Wochen bevor.

Sind Sie schon in EM-Stimmung? Es sind nur noch wenige Stunden bis zum Eröffnungsspiel zwischen der Türkei und Italien um 21 Uhr in Rom. Einerseits bewundere ich die Beharrlichkeit der Uefa, ihren um ein Jahr verschobenen Wettbewerb trotzdem „UEFA EURO 2020“ zu nennen. Warum wir jetzt vier Wochen lang die falsche Jahreszahl lesen, begründet die Uefa so: „Zudem wird der Name dann für immer als Erinnerung an die geschlossene Reaktion der Fußballfamilie auf die außerordentlichen Umstände der COVID-19-Pandemie und die schwierige Situation, mit der Europa und die Welt im Jahr 2020 konfrontiert waren, dienen.“

Außerdem wolle man ein nachhaltiges Turnier veranstalten und nicht die bereits produzierten Fanartikel und Werbemittel in den Müll werfen müssen, argumentieren die Verantwortlichen politisch korrekt.

Public Viewing auf dem Sparkassenplatz. Ein Bild von der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Große Veranstaltungen, wie damals, wird es in diesem Jahr bei der Fußball-Europameisterschaft nicht geben. Die Pandemie lässt Menschenmengen auf engem Raum nicht zu. Archivfoto: Oliver Giers

Andererseits entbehrt es nicht einer gewissen doppelten Ironie, den Wettbewerb dann ausgerechnet auch noch in den Monaten von Ausgangs- und Reisebeschränkungen in England, Aserbaidschan, Deutschland, Italien, Schottland, Russland, Irland, Dänemark, Spanien, den Niederlanden, Ungarn und Rumänien gleichzeitig auszutragen. Während also nun beispielsweise die Türkei von Rom zum zweiten Spiel nach Baku fliegt, oder Österreich von Bukarest nach Amsterdam, oder Polen von St. Petersburg nach Sevilla, kämpft der Normalreisende mit einem europäischen Regelwirrwarr an der Grenze mit Impf- und Genesenenstatus, Inzidenzen, Test- und Quarantänepflichten, digitalen und analogen Impfpässen und Einreise- und Ausreiseformularen.

Abseits des Fußballs wird die Europameisterschaft so, ob gewollt oder ungewollt, einen ganz interessanten Blick auf die unterschiedlichen Corona-Strategien der Länder werfen. Wo werden die Stadien voll sein (Ungarn, als einziges Land), wo dürfen (und wollen) die Fans am ausgelassensten feiern (vielleicht Italien?), wo sind andere Themen trotzdem wichtiger (Russland, weil das Trikot der Ukraine die völkerrechtlich anerkannten Grenzen des Landes, einschließlich der Krim beinhaltet, die Russland 2014 annektierte, und das nun in Russland für Unmut sorgte - die Uefa verlangt nun von der Ukraine, den Aufdruck am Trikottragen „Ehre unseren Helden“ zu entfernen, da das als politische Botschaft zu werten sei)? Und dann haben wir natürlich noch die interessante Impfneiddiskussion um die spanische Mannschaft, nachdem dort ein Spieler positiv und ein anderer Spieler falsch-positiv getestet worden sind. Tagelang diskutierte man im Land, ob die Mannschaft nicht nun doch geimpft werden sollte - allerdings wären sie gemäß ihres Alters jetzt eigentlich noch nicht dran. Schließlich sprach die Regierung ein Machtwort: Die Spieler werden geimpft.

Sie sehen - so oder so - die kommenden Wochen der Europameisterschaft versprechen spannend zu werden. Ob auf dem Platz oder daneben wird sich zeigen. In jedem Fall versorgen wir Sie mit allen wichtigen Berichten vom Turnier. In unseren Online-Ausgaben der Schwäbischen Post und Gmünder Tagespost bieten wir einen Live-Ticker zu jedem deutschen Spiel und zu jedem weiteren Spiel in der deutschen Gruppe. Ab dem Achtelfinale gibt‘s dann einen Live-Ticker zu jedem Spiel - zudem täglich weitere Artikel rund um das Turnier und einen DFB-Ticker mit allen News zur deutschen Nationalmannschaft.

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