Hilfskonvoi „Aktion Weihnachtsfreude“: Abschluss der Tour

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Der Hilfskonvoi ?Aktion Weihnachtsfreude? des Hilfswerks ?Hoffnung für eine neue Generation? rollt nach Rumänien los.

Aktion Weihnachtsfreude-Blog: Philipp Kayser und Stefan Wandel berichten über ihre Reise nach Rumänien.

Aalen/Rumänien. Der Hilfskonvoi „Aktion Weihnachtsfreude“ des Hilfswerks „Hoffnung für eine neue Generation“ rollt nach Rumänien los. In diesem Blog berichten Philipp Kayser und Stefan Wandel über ihre Reise:

Abschluss - Dienstag, 30. November:

Nachdem das Abladen in Turnu Severin bis in die Nacht hinein gedauert hatte und es noch fast 3 Stunden bis zur nächsten Station gedauert hat, war das Fahrerhaus unseres Lkw die logische Schlafmöglichkeit. Dieses „Hotel Actros“ ist lange nicht so schlimm; wie man es sich vielleicht vorstellt: Auf 3 Quadratmetern gibt es viel Komfort und einen prall gefüllten Kühlschrank mit Verpflegung aus der Heimat. Die Betten sind viel bequemer als jedes Feldbett, Isomatte und sogar besser als die eine oder andere durchgelegene Hotelmatratze. In dieser Nacht haben wir auch nicht bemerkt, dass sich jemand ungebetenes für unsere Ladung interessiert haben muss: Die Polizei machte uns nachts um 2 darauf aufmerksam, dass beide Türen zum Laderaum am Auflieger offen waren. Da diese mit insgesamt 4 Verschlüssen gesichert sind, schließen wir ein Lockern beim fahren aus. Gefehlt hat glücklicherweise nichts und es hat sich ausgezahlt, dass wir den Laderaum bewusst nicht verschlossen haben. Es gibt immer wieder Fälle, wo Löcher in die Plane geschnitten werden, um nachsehen zu können, was drin ist. Der Schaden an der Plane kann dabei mehrere Tausend Euro betragen, weil diese die Zulassung als ladungssicherung verlieren kann.

Für das Treffen mit den Menschen am nächsten Morgen hat sich die weite Fahrt jedoch auf jeden Fall gelohnt. An unserer letzten Abladestelle in Moldova Nova warteten Rebecca und Eugen auf uns. Er ist Pastor der dortigen Kirchengemeinde, die leitet den Kindergarten. Beide hatten zusammen 9 Jahre lang in Schwabach gewohnt, bevor sie vor 2 Jahren beschlossen haben, zurück in ihre alte Heimat zu gehen - nicht aus Heimweh, sondern aus der Motivation heraus, in dem kleinen Dorf etwas bewegen zu können. Dafür haben wir großen Respekt, weil gerade in den ländlichen Gegenden viele junge Leute weggehen nach Bukarest oder ins Ausland zur Ausbildung und zum Studium. Die allerwenigsten von ihnen kommen jemals zurück und können ihre neuen Fähigkeiten dort nicht einsetzen. Rebecca und Eugen sind voller Tatendrang und die Palette Geschenkpakete des Lions Club Aalen für die Kindergartenkinder sowie die Pakete mit Kleidung sind mehr als willkommen.

Fotos von glücklichen Kindern beim auspacken der Pakete sind aus gutem Grund in unserer Sammlung noch dabei: die Erzieherinnen werden diese kurz vor Weihnachten in einer kleinen Feier an die Kinder übergeben. Vielleicht bekomme ich davon noch nachträglich das eine oder andere Foto.

Nach einer Dusche und einem richtig guten Kaffee waren wir bereit für die lange Heimfahrt. Die ersten Kilometer entlang der Donau waren wunderschön und die Fahrt im leeren Lkw deutlich flotter als mit über 20 Tonnen Hilfsgüter wie am Anfang.

Da wir etwas später als geplant in Deutschland losgefahren waren, und uns unterwegs noch mehr Rückstand eingefangen hatten, konnten wir nicht rechtzeitig durch Österreich fahren vor dem Wochenendfahrverbot für Lkw. Damit blieb uns nichts anderes übrig, als das Wochenende in Ungarn zu verbringen. Da Budapest eine richtig schöne Stadt ist, war das aber nicht schlimm.

Inzwischen sind wir auch schon wieder zu Hause und sehr dankbar an die vielen Organisationen, die diese Aktion ermöglicht haben, wie zum Beispiel die Firma clickconcepts, der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Roten Kreuzes, die Spedition Brucker und ganz viele private Initiativen zum Sammeln, packen, laden usw.

Wir freuen uns bereits jetzt darauf, die Aktion im nächsten Jahr wieder durchführen zu können - dann auch hoffentlich wieder mit richtig vielen Mitfahrern, die beim abladen unterstützen, aber vor allem auch mehr Zeit und ein offenes Ohr für die Menschen vor Ort haben. Das ist ein ganz wichtiger Teil dieser Aktion, neben der materiellen Hilfe Hoffnung zu geben.

Samstag, 27. November: Langer Tag für die Helfer Philipp Kayser und Stefan Wandel: Abladen in einer Suppenküche in Petrosani sowie in Tirgu Jiuund Baia de Arama. "Wichtigster Termin aber war die Kirchengemeinde Hope in Turnu Severin. Hier haben wir zwölf Europaletten abgeladen, die jeweils 3 Meter hochgestapelt waren. Die Gegend ist sehr arm, aber die Gemeinde macht sehr viel, um Familien in den Dörfern der Gegend mit dem nötigsten zu versorgen. Mit dabei waren deshalb auch zehn Kisten mit Lebensmittel und Bekleidung und eine Waschmaschine für einen alleinerziehenden Vater mit drei Kindern.

Gut 20 starke Frauen und Männer aus der Gemeinde hatten die etwas mehr als sechs Tonnen Hilfsgüter in sehr kurzer Zeit in kleinere Fahrzeuge umgeladen, die letzten Meter zum Gemeindehaus gefahren und ordentlich verstaut und das bei widrigen Bedingungen an der Hauptstraße im Regen und tiefem Matsch. Die Berichte von Alexa und Ramona aus der Gemeinde über ihre Erlebnisse bei Touren in kleine Dörfer der Umgebung haben uns schwer erschüttert. Die Fotos und Videos, welche sie uns gezeigt haben, konnten wir kaum glauben. Dies war einmal mehr die Bestätigung für uns, warum wir bei dieser Aktion mitmachen und weshalb diese so notwendig ist."

Freitag, 26. November: Heute haben wir die Tour im Landesinneren von Rumänien fortgesetzt. Nach einer sehr kurzen Nacht in der Fahrerkabine hat wie verabredet um kurz vor 9 Uhr Joep an den LKW geklopft, um mit uns mit dem abladen zu beginnen. Da wir viele Helfer und einen Gabelstapler hatten, war die erste Palette für das Missionswerk in Voiteg schnell abgeladen und es blieb ein wenig Zeit für eine Dusche, Frühstück und einen kurzen Rundgang durch das Missionswerk mit eigenem landwirtschaftlichem Betrieb. Beeindruckend mit wie viel Hingabe und Einsatz Joep und andere Helfer den Aufgaben der Missionsarbeit für Jugendliche dort widmen. Weiter ging es zu Gemeinden und Kindergärten in Bocsa und Resita. In Resita wartete auch Christian, der Feuerwehrkommandant der kleinen Gemeinde Anina, geduldig auf uns: Es war uns gelungen, 4 Kisten mit gebrauchten, aber noch einsatztauglichen Feuerwehrhosen, Handschuhen und Feuerwehrstiefeln für seine Freiwilligen Feuerwehrleute aufzutreiben - alles Dinge, die bei uns in der Feuerwehr Aalen zum Glück selbstverständlich sind aber nicht in Rumänien, obwohl es hier genauso heiß brennt wie bei uns in Aalen.

Immer wieder sind wir positiv überrascht, wie viel im Rahmen unseres Transportes und unseres Hilfswerks über private Initiativen beschafft, organisiert und verteilt wird: So unterstützt Christian nebenher auch noch ein Altenheim, für das er von uns Hygieneartikel und Kleidung bekommen hat - ebenfalls aus einer privaten Initiative hier in Deutschland. Deshalb hatten wir uns auch dafür entschieden, die Pakete, die das Entwicklungsteam der Motorentwicklung von Bosch Automotive Steering (Schwäbisch Gmünd & Budapest) gepackt hat, an Christian zu übergeben. Wir sind uns sicher, er kennt Kinder in Anina, die vielleicht sonst kein Weihnachtsgeschenk bekommen würden. Christian hat es sich auch nicht nehmen lassen, uns eine richtig schöne persönliche Urkunde für die 140-jährige Tätigkeit in der Feuerwehr Anina zu verleihen und uns lokale Spezialitäten für die Heimreise mitzugeben. Gerne werden wir diese zurück in Deutschland mit den anderen Helfern, die nicht mitreisen konnten, teilen. Im Anschluss daran waren wir noch in Karansebesch, Otelu Rosu und Hateg, wo wir jeweils Kindergärten mit Paketen für die Kindergartenkinder beliefert haben. Insgesamt war dies ein langer, aber erfolgreicher Tag. Wir konnten alle Güter wie geplant persönlich übergeben und uns jeweils kurz mit den Menschen vor Ort austauschen.

Donnerstag, 25. November: "Alle Weihnachtspakete, Lebensmittel und Kleidung sind rechtzeitig fertig gepackt, gezählt, gestapelt, gewogen. Auf den letzten Drücker haben wir alle Frachtpapiere, Ausnahmegenehmigungen und sonstige Dokumente erhalten.

Mit unserem blauen Sattelzug der Spedition Brucker werden wir Dörfer im Süden Rumäniens ansteuern. Nachdem wir in einer langen Nachtschicht die Lastwagen für unsere Tour fertig geladen hatten, ging es nach wenigen Stunden Schlaf am Dienstag morgens um 4 Uhr hinaus in die Nacht. Seither stehen die 450PS-Motoren der beiden Lastzüge, die als Mini-Konvoi zusammen fahren, nicht mehr still und wir sind bisher nahezu staufrei und ohne Zwischenfälle unterwegs. Da wir auf jedem Lastwagen zu zweit sind, können wir fast ohne Pausen durchfahren und uns am Steuer abwechseln.

Mit bei uns an Bord sind 140 Weihnachtsgeschenke für die Kinder in 3 Kindergärten in Hateg, Otelu Rosu und Moldova Nova, die der Lions Club Aalen für uns gepackt hat. Außerdem an Bord ist eine komplette Palette mit Zelten und Schlafsäcken der Firma clickconcepts für ein Zeltlager einer Kirchengemeinde in Turnu Severin.

Hinzu kommen die Pakete, welche die beiden Entwicklungsteams der Motorentwicklung bei Bosch Automotive Steering in Schwäbisch Gmünd und Budapest als gemeinsames Teamevent gepackt haben. Insgesamt sind in unserem 16 Meter langen Lastwagen über 20 Tonnen weitere Hilfsgüter. Auf dem Foto ist zu sehen, wie wir die letzten sechs Pakete in Budapest heute Abend in die Fahrerkabine laden mussten, da der Auflieger bis zum letzten Zentimeter gefüllt ist.

Pakete kommen mit in die Fahrerkabine.

Die heutige Route führte uns von Aalen über Passau, Wien, Budapest, Timisoara nach Arad. Unser Tagesziel ist ein Kinderheim in Voiteg, bei dem wir am Donnerstag früh die ersten Pakete abladen wollen. Wenn alles gut läuft, werden wir dort am frühen Morgen eintreffen.

Jeder Zentimeter wird ausgenutzt.
Der Hilfskonvoi ?Aktion Weihnachtsfreude? des Hilfswerks ?Hoffnung für eine neue Generation? rollt nach Rumänien los.
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Abschluss
Tag 3 in Rumänien
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Tag 2 in Rumänien.
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Abschluss der Tour
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