Guten Morgen:

Nicht noch eine Stunde der Selbstgerechten

+
Chefredakteur Lars Reckermann
  • schließen

Über Menschlichkeit in der Politik und den Rücktritt von Anne Spiegel.

Ich weiß, dass ich mit diesem „Guten Morgen“ bei einigen Leserinnen und Lesern sicherlich alles andere als einen „guten“ Morgen auslöse. Es geht um die zurückgetretene Bundesfamilienministerin Anne Spiegel und eigentlich geht es nicht um die zurückgetretene Bundesfamilienministerin Anne Spiegel. Es geht vielmehr um den Umgang miteinander. Ich möchte betonen, dass ich keiner Partei angehöre und der festen Überzeugung bin, ein politisches Amt sollte die- oder derjenige bekommen, die oder der die notwendige Kompetenz hat. Und nein: Wer nachweislich überfordert ist, wer die Unwahrheit sagt, hat auf so wichtigen Positionen nichts zu suchen. Jetzt kommt das „aber“: Wie oft haben wir uns in der Politik Menschen gewünscht, die eben keine seelenlosen Politmaschinen sind. Von denen haben wir genug. Wir wollen Politikerinnen und Politiker, die Zweifel und Ängste haben. Menschen, die offen mit Fehleinschätzungen umgehen und sogar Fehler offen zugeben. Wir wollen Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Menschen, die sich um ihre Familie kümmern. Darf oder sollten diese Menschen dann nicht in Krisen bei eben jener Familie sein? Ich betone es gerne noch einmal: Diese Zeilen sollen nicht das Tun einer Ministerin rechtfertigen. Sie sollen für Menschlichkeit und Miteinander werben. Leider schlägt jetzt wieder einmal nur die Stunde der Selbstgerechten. Auch von denen haben wir genug.

Zurück zur Übersicht: Aalen

Mehr zum Thema