"Spielfähigkeit erhalten"

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Ebnater Jurahalle bei der Jahresabschlussfeier der Jugendkapelle (JK) der Stadt Aalen. Gewohnt amüsant führte Musikdirektor Udo Lüdeking durch das Programm. Mahnende Worte richtete er in Richtung Stadtverwaltung.

Schon die Einführungsrede von Paloma Biehler und Moritz Schimmele, beide Mitglieder der 67-köpfigen Jugendkapelle (JK), versprach einen kurzweiligen Abend. Mit süffisanten Anspielungen auf "unseren Musikdirektor" Udo Lüdeking bemerkten sie: "Die JK ist ein Fulltime-Job". Sie spiele im Alltagsleben der Ensemble-Mitglieder eine große Rolle. In Anlehnung an die Englischkenntnisse Günther Oettingers und gefolgt vom schallenden Gelächter des Publikums meinten sie: "We are all sitting in one boat." Entsprechend dankten die Jugendlichen auch ihren Eltern für das regelmäßige "Übt doch mal!". Davon, dass sich das Üben gelohnt hat, konnten sich die Besucher schnell selbst überzeugen, auf sehr hohem Niveau spielte die Jugendkapelle Auszüge aus Udo Lüdekings "Der Spion von Aalen", kredenzten Unterstufen – und Mittelstufenensemble Märsche, Tänze und eine Polka. Lüdeking selbst zog ein Resümee über das vergangene Jahr. Genau 21 Auftritte habe die JK absolviert, darunter das Konzert "Jugendliche Kammermusik" zur Eröffnung des "Fachsenfelder Frühlings" oder auch das Konzert mit Bruckner- und Berliozsinfonien in der Marienkirche. Zwei Konzertreisen nach Portugal und Paris hätten im Mittelpunkt der abgelaufenen Saison gestanden, berichtete der Leiter des symphonischen Jugendblasorchesters. Einen Eindruck davon konnten sich die Gäste später selbst verschaffen: Philipp Hügler präsentierte ihnen einen Zusammenschnitt mit bunten Video-Impressionen von den zwei Reisen. Besonderen Dank sprach Udo Lüdeking dem neuen Leiter der Aalener Musikschule, Ralf Eisler, aus, da er als erster Musikschulleiter überhaupt der Einladung der Jugendkapelle zum Jahresabschluss gefolgt sei. Lüdeking und auch Kulturamtsleiter Walter Funk werteten dies als besondere Geste. Funk lobte die JK auch für ihr Engagement und ihren "hervorragenden Trainer" Udo Lüdeking. "Als musikalischer Botschafter der Stadt Aalen hat die JK Grandioses geleistet", sagte Funk weiter. Die Auslandsreisen der Bläser seien "ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung". Neben seinem Dank an die Stadt Aalen richtete Udo Lüdeking aber auch mahnende Worte an die Stadtspitze: "Der Spielbetrieb muss gewährleistet bleiben", sagte er. Die Finanzen der Kapelle dürften von Stadtseite nicht noch mehr beschnitten werden: "Sonst gibt es einen JK-Tod auf Raten." Bereits heute spielten mehr als 80 Prozent des Ensembles auf privaten Instrumenten. Acht Mitglieder wurden für ihre zehnjährige aktive Tätigkeit in der Jugendkapelle vom Blasmusikverband Baden-Württemberg geehrt. Udo Lüdeking und der Kreisvorsitzende des Blasmusikverbandes, Bernhard Winter, übergaben Ehrennadeln und Urkunden an Lisa Kempf (Querflöte), Julia Köditz (Klarinette), Sarah Siegert (Klarinette), Simone Weiland (Querflöte), Martin Auchter (Saxofon), Philipp Hügler (Saxofon), Daniel Schurr (Wagnertuba) und Philipp Schappacher (Trompete). Die 31 Mitglieder, die 2009 mehr als 95 Prozent aller angesetzten Termine wahrgenommen haben, erhielten überdies Buchpreise.

HEIKO BUCZINSKI

Zurück zur Übersicht: Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare