16 Stadträtinnen und -räte stimmen gegen den Steg

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Die eingerichtete Baustelle zwischen Bahnhof und Parkhaus für den Steg zum Stadtoval.
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Die Mehrheit im Gemeinderat genehmigt die höheren Kosten fürs Bauprojekt. Wie die Fraktionen votiert haben.

Aalen

Nach aktueller Berechnung kostet der Steg am Stadtoval 10,39 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat vor einem Jahr Kosten von 8,71 Millionen zugestimmt. Am Donnerstag hat das Gremium nun einmal mehr die Erhöhung der Finanzierung genehmigt. Außerdem hat der Rat die letzten Arbeiten, nämlich für den Aufzug und die Fassade, vergeben. 29 Rätinnen und Räte (CDU, SPD, Freie Wähler, AfD und Linke) stimmten für die Erhöhung der Finanzierung und für die Vergaben. 16 Rätinnen und Räte stimmten dagegen (Grüne, Inge Birkhold und Manfred Traub von der Zählgemeinschaft, Arian Kriesch von der FDP/FW und Norbert Rehm von den Aktiven Bürgern).

Zuvor war Oberbürgermeister Frederick Brütting auf die Zuschüsse eingegangen. Früher war die Verwaltung davon ausgegangen, dass für den Steg 60 Prozent an Fördergeldern fließen. Ein Teil davon, 700 000 Euro, sind bereits überwiesen. Ob es weitere Fördergelder gibt, ist aber noch unklar. Der OB habe am Rande eines Termins in Aalen die zuständige Ministerin Nicole Razavi darauf angesprochen. „Wir lassen Sie nicht im Regen stehen“, sei ihre Antwort gewesen. Welche Projekte bei der Städtebauförderung gefördert werden, könne das Land noch nicht veröffentlichen, so Brütting. Denn das hänge an Mitteln des Bundes und der Bundeshaushalt sei noch nicht genehmigt.

Unterdessen hat der Bau des Stegs begonnen. Laut Baubürgermeister Wolfgang Steidle ist diese Woche die Baustelle eingerichtet worden. Die Bauarbeiten vor Ort sollen am Montag beginnen. Der OB ergänzte im Hinblick auf die Kritik von Rehm, die Stadt hätte vor Baubeginn die Entscheidung im Gemeinderat abwarten sollen: „Die Bauarbeiten beginnen nicht, wenn der erste Bauarbeiter in Aalen zu sehen ist.“ Schon seit Anfang des Jahres würden Bauteile des Stegs vorgefertigt. Diese Gewerke habe der Gemeinderat vergeben. Auch den Baubeschluss habe der Gemeinderat gefasst. Der Zeitplan für den Bau sei mit der Bahn eng getaktet. „Den Bau zu stoppen, hätte das Zeitfenster gekippt“, sagte der OB. Erhebliche Schadenersatzforderungen und kein Baufortschritt in diesem Jahr seien die Folge gewesen.

An Weihnachten, so Steidle, könnten er und der OB probeweise über die Brücke gehen. An Fasching 2023 rechnet er damit, dass der Steg für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Das sagen die Fraktionen und Gruppen:

Michael Fleischer (Grüne) nannte es „eine Fehlentscheidung“ den Steg zu bauen. Steidle empfahl er, wenn er über den Steg geht, drei Dinge nicht zu tun: Richtung Rathaus zu gehen, denn da sei er durch die Unterführung schneller. Mit dem Zug Richtung Stuttgart zu fahren, denn vom Steg aus sei kein direkter Zugang zum Bahnsteig möglich. Und bei Regen über den Steg zu gehen, denn er ist nicht überdacht. „Auch finanziell führt der Steg auf Abwege.“Ohne Zuschuss sei die Finanzierung nicht gesichert.

Thomas Wagenblast (CDU) kündigte an, dass seine Fraktion mit Freuden zustimme. Auf dem Stadtoval wohnen ihm zufolge 300 Menschen, das Hotel geht in Betrieb. „Es ist ein logischer Schlussstein, dass die Brücke auch einen Aufzug und ein Geländer bekommt.“ Dass alles teurer werde, betrübe die CDU-Fraktion ebenfalls.

Hermann Schludi (SPD) sagte: „Die SPD ist immer hinter dem Steg gestanden.“ Der Steg sei eine wichtige Wegeverbindung und er sei finanziert. „Mehrkosten haben wir überall.“

Thomas Rühl (Freie Wähler) sagte, dass die Kostensteigerung beim Fußgängersteg auf die allgemeine Kostensteigerung zurückzuführen sei. „Das ist von der Stadtverwaltung nicht zu verantworten.“

Dr, Frank Gläser (AfD) nannte die finanzielle Entwicklung „Mensch ärger Dich nicht.“ Der Steg sei aber dreimal beschlossen worden.

Arian Kriesch (FDP/FW) sagte: „Der Steg wird ein Denkmal und zu teuer.“

Christa Klink (Linke) kündigte an: „Wir stimmen zu, auch weil die Bauarbeiten schon lange begonnen haben.“

Norbert Rehm (Aktive Bürger) zweifelte an der Aussage der Kämmerin, dass alle Stegbeschlüsse finanziert gewesen seien. Er spiele mit dem Gedanken, sich ans Regierungspräsidium zu wenden, damit die Rechtsaufsicht überprüfe, „ob der Haushalt so in Ordnung ist.“

Redakteurin Katharina Scholz findet, der Steg könnte schon fertig sein

Die eingerichtete Baustelle zwischen Bahnhof und Parkhaus für den Steg zum Stadtoval.
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