Aalener Haushalt 2022: Hohe Investitionen, hohe Schulden

+
Drei große Investitionen der Stadt Aalen
  • schließen

Steg, Kombibad, Kitas und Schulen: Der Aalener Haushaltsplanentwurf für 2022 beinhaltet hohe Investitionen. Um das finanzieren zu können, müssen Kredite aufgenommen werden.

Aalen

Oberbürgermeister Frederick Brütting hat seinen ersten Haushaltsplanentwurf in den Aalener Gemeinderat eingebracht. In dem Zahlenwerk wird prognostiziert, welche Einnahmen die Stadt im kommenden Jahr erwarten kann, welche Ausgaben getätigt werden müssen und festgeklopft, in welche Projekte Geld investiert werden soll. In den kommenden Monaten wird der Gemeinderat darüber beraten und Änderungen vornehmen.

In seiner Haushaltsrede in der Sitzung am Donnerstag in der Festhalle in Unterkochen betonte Brütting genau diesen Umstand: „In den vergangenen Jahren wurde Ihnen an dieser Stelle ein „fertiger“, ja quasi ein zu genehmigender Haushaltsplanentwurf von der Verwaltung vorgelegt. Dem ist heute nicht so!“ Zur Rolle des Oberbürgermeisters gehöre es auch, Platz zu lassen für Impulse aus dem Gemeinderat und nicht alles selbst bestimmen zu wollen. Dafür gab es Zwischenapplaus.

Kostensteigerung Kombibad: „Aktuell liegt eine weitere absehbare Kostensteigerung beim Kombibad in Höhe von rund 8,75 Millionen Euro auf dem Tisch“, sagte Brütting und fügte an: „Wenn wir ein Bad für 53 Millionen Euro bauen, müssen wir auch der Öffentlichkeit sagen, dass viele andere wünschenswerte Projekte deswegen nicht machbar sind.“ Beim Pressegespräch vor der Sitzung führte Brütting die Mehrkosten auf die allgemeine Steigerung der Baukosten zurück. Vor dem Hintergrund müsse man sich bei weiteren Investitionen auf Schwerpunkte beschränken. Der OB zählte in der Sitzung unter anderem auf:

Klimaneutralität: Das Ziel, das der Gemeinderat beschlossen hat, dass die Stadt Aalen bis 2035 klimaneutral werden soll, nannte der OB „ehrgeizig“. 500 000 Euro seien dafür im Haushaltsplanentwurf für 2022 eingestellt, was nur ein Anfang sei. Alleine könne das die Stadt das Ziel nicht verwirklichen „Wir werden auch privates Kapital brauchen“, sagte der OB.

Kinderbetreuung: Neue Kitas für mehr Betreuungsplätze: Brütting zählte zwölf Projekte im gesamten Stadtgebiet auf. 5,09 Millionen Euro sind dafür für 2022 eingeplant. Brüttings Meinung nach reichen Neubauten nicht aus, um den Bedarf zu decken. „Was heute geplant wird, ist erst in zwei bis drei Jahren bezugsfertig“, sagte er. Unkonventionelle Lösungen müssten deshalb her, „indem wir beispielsweise Bestandsgebäude umnutzen oder Interimslösungen schaffen“.

Investitionen in Schulen: Sechs große Projekte aus jüngster Zeit an Schulen zählte der OB außerdem auf. Dieses Programm soll fortgesetzt werden. 4,29 Millionen Euro sind für 2022 eingeplant, unter anderem für den Bildungscampus Braunenberg.

Steuern: Weder Bürgerinnen und Bürger noch Unternehmen sollen 2022 mit Steuererhöhungen belastet werden.

Schulden: Kämmerin Daniela Faußner zufolge bleiben die Steuereinnahmen zwar stabil, dafür muss die Stadt Aalen höhere Umlagen als im vergangenen Jahr bezahlen. Da weiter kräftig investiert wird - 62,2 Millionen Euro insgesamt- und Mehrkosten beim Kombibad auf die Stadt zukommen, müssten weitere Kredite aufgenommen werden. Im Plan für 2022 steigt die Verschuldung auf 45,35 Millionen Euro an. Bis 2025 ist sogar mit einer Verschuldung von 87,61 Millionen Euro zu rechnen.

KOMMENTAR KATHARINA SCHOLZ WARNT VOR DER ENTWICKLUNG DES SCHULDENSTANDS

Bei Bildung und Betreuung werden wir in Aalen nicht sparen.“

Frederick Brütting, Oberbürgermeister
  • Haushaltsberatungen:So geht's weiter
  • Kämmerin Daniela Faußner stellte dem Gemeinderat den weiteren Ablauf der Haushaltsberatungen vor.
  • In der Sitzung am Donnerstag, 2. Dezember, wird die Verwaltung den Plan erläutern. Am Donnerstag, 16. Dezember, halten die Fraktionen ihre Haushaltsreden und stellen Anträge. Zu den Anträgen nimmt die Verwaltung in der Sitzung am Donnerstag, 20. Januar, Stellung. Am Donnerstag, 17. Februar, schließlich soll der Haushaltsplan verabschiedet werden.
  • Die Kämmerin rechnet damit, dass der Haushalt frühestens ab Anfang Mai umgesetzt werden kann, weil ihn das Regierungspräsidium vorher noch genehmigen muss.
Die Entwicklung des Schuldenstandes der Stadt Aalen seit 2016 und prognostiziert bis 2025. Quelle: Stadt Aalen/Grafik: Ricarda Pinzke

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare