Albaufstieg: Das sagt der Ausschuss

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Der Albaufstieg von Unterkochen aus gesehen: die Ebnater Steige. Bis Ende 2022 soll eine alternative Trasse gefunden werden, um die B19 mit der A7 zu verbinden. Archivfoto: opo
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Weil Manfred Traub Skepsis erkennen lässt, greift ihn Alexander Asbrock an. Davon abgesehen, ist sich der Ausschuss recht einig, was den Vorschlag von OB Brütting angeht.

Aalen

Obwohl es am Ende keine Abstimmung gegeben hat, war das Stimmungsbild doch relativ klar. Zwar war der Ebnater Ortsvorsteher und Stadtrat Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) skeptisch und der Unterkochener Stadtrat Alexander Asbrock (Grüne) griff ihn dafür an. Aber in der breiten Mehrheit sind die Rätinnen und Räte dafür, den Weg so mitzugehen, wie ihn Oberbürgermeister Frederick Brütting beschrieben hat. Er möchte beim Thema Albauf-stieg die Diskussion noch einmal von vorne beginnen, Bürgerinnen und Bürger und weitere Akteure in den Prozess miteinbeziehen und am Ende zu einer Lösung kommen, die einen möglichst breiten Konsens findet.

Kreisel auf Eis gelegt: In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik ging der OB auf die Historie der Diskussion seit 2008 ein. Zuletzt haben Verwaltung und Gremien daran gearbeitet, einen Bebauungsplan für die Kreuzung am ehemaligen Schützen in Unterkochen aufzustellen, um dort einen Kreisverkehr zu bauen. Laut OB sind während der Auslegung der Pläne 250 bis 300 Einwendungen dagegen eingegangen. Hintergrund: Viele Unterkochener befürchten, dass der Kreisel der erste Schritt hin zum Ausbau der Ebnater Steige ist, den sie ablehnen. Die Planungen zum Kreisel werden im Moment nicht weiter verfolgt.

Neue Trasse: Die Lösung auf die viele hoffen: Eine neue Trasse, die B19 und A7 verbindet und die Ebnater Steige entlastet. Dem OB zufolge ist die Bürgerinitiative aus Unterkochen in intensivem Austausch mit dem Regierungspräsidium (RP), was verschiedene Varianten für eine neue Trasse als Albaufstieg angeht. Eigentlich hätte das RP bereits im kommenden Jahr Planungsleistungen dafür ausschreiben wollen. Mit dem RP sei nun ein anderes Zeitfenster abgestimmt, sagte der OB. Die Stadt Aalen soll das Heft selbst in der Hand halten. „Das ist unsere Gemarkung, das sind unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagte Brütting. Gemeinsam wolle man bis Ende 2022 eine bevorzugte Trassenvariante entwickeln.

Antrag der Grünen: Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer brachte für die Grünen einen Antrag dazu ein, der darauf abzielt, dass der Prozess „keine reine Trassendiskussion“ bleibt. Eine Untersuchung soll zunächst klären, welche Fahrzeugarten von der B19 zur A7 fahren, woher sie kommen und welches Ziel sie haben. Außerdem soll im Prozess umweltfreundliche Mobilität und Klimaschutz mitgedacht werden und der Umweltschutz in der Trassendiskussion bedacht werden. Der OB merkte dazu an, dass der Antrag nicht im Widerspruch zum Vorschlag der Verwaltung stehe, sondern eine Ergänzung dazu sei.

Das sagen die anderen Fraktionen: Hans Peter Stütz (CDU) bemerkte: „Wir unterstützen den Vorschlag der Verwaltung vollumfänglich.“ Die Unterkocher Bürger seien sehr erleichtert darüber. Fraktionskollege Peter Peschel ergänzte später, dass am Ende aber auch alle zu der Entscheidung stehen müssten.

Für die SPD-Fraktion signalisierte Martina Lechner Zustimmung. Sie merkte an, dass auch der Knotenpunkt an der Kreuzung ehemaliger Schützen, der Radverkehr und der öffentliche Nahverkehr mitzudenken seien.

Claus Albrecht (FW) äußerte Verständnis für die Unterkochener. Es könne keinem Ort zugemutet werden, dass der Verkehr mitten hindurch führt. „Wenn wir alle in Unterkochen wohnen würden, wären wir alle Mitglieder der Bürgerinitiative“, sagte er und sagte Unterstützung für den Vorschlag der Verwaltung und den Antrag der Grünen zu.

Für die AfD-Fraktion signalisierte Emil Pöltl Zustimmung zum Vorschlag der Verwaltung. Norbert Rehm (Aktive Bürger) erinnerte an zahlreiche Untersuchungen in den vergangenen Jahren zum Thema. Die möge man sich noch einmal anschauen, bevor man neue Untersuchungen in Auftrag gibt. „Nicht, dass wir zum dritten Mal feststellen, dass etwas nicht geht.“

Wenn wir alle in Unterkochen wohnen würden, wären wir alle Mitglieder der Bürgerinitiative.“

Claus Albrecht, Stadtrat (Freie Wähler)

Traub und Asbrock streiten: Traub bezweifelte, dass es eine ortsferne Trasse gibt, die außerdem kein FFH-Schutzgebiet berührt. Außerdem regte er an, auch den Waldhäuser Ortschaftsrat mit einzubeziehen. Asbrock nannte den Vorschlag der Verwaltung zunächst „ein Geschenk des Himmels“ und den OB einen „Mann der Zukunft“, um dann gegen Traub zu schießen: „Es wäre schön, wenn Sie gesamtstädtisch denken, diesen Prozess begleiten und ihn nicht sabotieren.“

Brütting moderierte: „Jetzt waren wir auf einem so guten Weg und haben es geschafft, Schärfe aus der Diskussion rauszunehmen.“ Der OB empfahl: „Einmal tief durchschnaufen, Herr Traub“, bevor er ihm wieder das Wort erteilte. „Ich bin eben realistischer unterwegs und kenne viele Korridore“, antwortete Traub. Karl-Heinz Vandrey (SPD) sagte zu Asbrock: „Das kann man sich sparen.“

Wie es weitergeht: Der OB empfahl, sich die Energie für diese Diskussion zu sparen, schließlich gehe es im Moment nur um das Verfahren. Die Verwaltung will nun den eigenen Vorschlag, den Antrag der Grünen und weitere Anregungen in einem Papier zusammenbringen, über das der Gemeinderat am Donnerstag, 16. Dezember, entscheiden soll.

Kommentar von Katharina Scholz: Immer schön sachlich bleiben

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