Bildungscampus deutlich teurer

+
Die Baustelle des Bildungscampus an der Braunenbergschule in Wasseralfingen.
  • schließen

Die Stadt Aalen muss deutlich tiefer in die Tasche greifen, um das Projekt „Bildungscampus Braunenberg“ zu bauen. Dass der Campus teurer wird, hat offenbar mehrere Ursachen.

Aalen-Wasseralfingen

Was ist denn da passiert? Das Budget für den Bau des Aalener Bildungscampus Braunenberg soll deutlich erhöht werden: von 8,1 Millionen Euro auf fast 14 Millionen. Darum geht es unter anderem in der nächsten Sitzung des Aalener Gemeinderats, die für Donnerstag, 30. Juni, anberaumt ist.

Rückblick: Im April des vergangenen Jahres hat der Aalener Gemeinderat grünes Licht gegeben für das Projekt, aus einer Grundschule mit vier Schulklassen den Bildungscampus Braunenberg zu entwickeln - mit einer Kita, mit umfangreichen weiteren Einrichtungen, so dass dort Kinder vom ersten Lebensjahr bis zum Abschluss der vierten Klasse beieinander sind, ein Beschluss, der als wegweisend gilt. Gegliedert ist das Bauprojekt in drei Abschnitte, den ersten mit der Sanierung der Pavillons, dem Ausbau des Ganztagesbereiches und dem Neubau von Kita und Mensa, dann dem zweiten Abschnitt mit Sanierung und Erweiterung des Klassentraktes Steinstraße und schließlich mit der Sanierung von Verwaltungsgebäude und Hausmeisterwohnung.

Jetzt sind gegenüber der Kostenberechnung von vor einem Jahr offenbar Mehrkosten von 5,8 Millionen Euro zu verkraften. Dies geht zumindest aus der Vorlage für die Sitzung am Donnerstag hervor. Der Gemeinderat soll diese genehmigen, damit es auf der Baustelle keinen Stillstand gibt. Denn der Bau sollte im nächsten Jahr im Juni fertiggestellt sein, um Landeszuschüsse in Höhe von 800 000 Euro nicht zu gefährden.

Wenn man sich im Rathaus umhört, ist zu erfahren, dass es ein ganzes Bündel von Ursachen für die Kostensteigerung gibt. So war offenbar die Planung nicht so, wie sie hätte sein sollen. Positionen im Leistungsverzeichnis haben gefehlt oder waren zu knapp bemessen. Dann hat sich ein Planungsbüro, das mit der Planung der Heizung und Lüftung beauftragt war, aufgelöst. Es musste ein neues Büro gefunden und beauftragt werden. Ferner wurde noch der Wunsch des Gemeinderates für eine Lüftungsanlage eingearbeitet, die zunächst nicht vorgesehen war. Es gab unerwartete Überraschungen, etwa, dass Böden, anders als es in entsprechenden Gutachten gelautet hat, belastetes Material enthalten haben und komplett ausgetauscht werden mussten, dass Gründungen tiefer gebaut werden mussten - und mehr.

Zusätzlich belastet wurde die Situation durch „die pandemiebedingte kritische Marktposition und den Ukraine-Krieg“, wie es in der Vorlage heißt. Manche Preise seien seit Beginn des Krieges regelrecht explodiert, hört man dazu aus dem Rathaus. Alles, was mit Gas und Mineralöl zu tun hat, aber auch Holz, Metal und Chemieprodukte seien „extrem teuer“ geworden. Hinzukomme die insbesondere im Hochbau „schwierige Personalsituation“ mit zu wenig Leuten für zu viele Aufgaben.

Verwaltung überrascht

Ärgerlich aus Sicht der Stadtverwaltung: Von der Kostensteigerung „in diesem Umfang“ sei die Verwaltung überrascht worden. Noch im April 2022 habe das beauftragte Architekturbüro mitgeteilt, die im Baubeschluss veranschlagten Kosten einhalten zu können. Erst im Mai habe es dann mündliche Signale gegeben, dass das nicht gelingen werde.

Woher das Geld jetzt kommen soll? Die in diesem Jahr notwendigen Mittel - rund zwei Millionen Euro - sollen aus dem Haushaltsansatz fürs Kombibad genommen werden, die in diesem Jahr nicht benötigt werden. Die Mittel für 2023 sollen beigesteuert werden aus Töpfen für Projekte, die 2022 und 2023 nicht umgesetzt werden können.

Die Sitzung des Aalener Gemeinderats am Donnerstag, 30. Juni, ist in der Stadthalle und beginnt um 15 Uhr.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare