Ein Fest für Ehrenamtliche, die Flüchtlingen helfen

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Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
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„Endlich - wir sagen DANKE“: Wie bei einem Fest mit Musik, Tanz und Worten das treue Engagement Ehrenamtlicher gewürdigt wird.

Aalen

Es gibt ein einfaches Wort, das allumfassend ihre Leistung honoriert, wenn auch längst nicht beschreibt. „Danke“. Rund 100 Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit im Ostalbkreis wurde am Freitagabend im Kulturbahnhof für ihr Engagement unter dem Motto „Endlich - wir sagen DANKE“ Aufmerksamkeit zuteil, die sie so in dieser Form nicht alltäglich bekommen. Mit Musik, Tanz, Aktionen und viel würdigenden Worten.

Die Dankesworte von Brütting, Bläse und Arnold

Die kamen von ganz offizieller Seite. Beginnend mit dem Hausherren Frederick Brütting. Ehrenamtliches Engagement sei schwieriger geworden, so Aalens Oberbürgermeister. Er hebt die Treue der Ehrenamtlichen hervor bei der „Hilfe, die nicht bezahlt wird, aber unbezahlbar“ sei. Die Menschen zuteil werde, die hier ihre Heimat finden sollen. „Ein großes Dankeschön, dass sie diesen Menschen helfen“, so Brütting. Es sei bewegend, wie solidarisch sich die Menschen auf der Ostalb zeigen würden. Bei all der spontanen Hilfe für die Flüchtlinge aus der Ukraine dürfe man die nicht vergessen, die sich bereits jahrelang engagieren. Und es werde auch in den kommenden Jahren Hilfe benötigt. Der Bürgerkrieg in Syrien, Jemen, Afghanistan - „all das ist nicht vorbei“, so Brütting.

„Danke, dass sie unterwegs sind“, betont auch Landrat Dr. Joachim Bläse, der den Ellwanger Bürgermeister Michael Dambacher entschuldigt. Das Fest sei ein Anlass, das bestehende Netzwerk zu leben, zu schauen, was machen Ehrenamtliche in Schwäbisch Gmünd, Aalen und Ellwangen. Manche davon würden aktuell „die Welt nicht mehr verstehen“, weil es nun zwei unterschiedliche Schwerpunkte in der Flüchtlingsarbeit gebe. Nicht das Trennende solle aber in den Vordergrund treten, sondern die neuen Netzwerke sich mit den klassischen verbinden. 2674 Flüchtlinge aus der Ukraine habe der Kreis aufgenommen. Das hätte ohne das Engagement und die Netzwerke in den 42 Kommunen nicht geklappt“, so der Landrat. Die Unterscheidung in Bezug auf das SGB 2 und die Behandlung als Asylbewerber sei nicht ganz „stressfrei“ verlaufen. „Da brauche ich sie, damit zwischen die Menschen kein Keil getrieben wird“, appelliert Dr. Joachim Bläse an die Ehrenamtlichen. „Sie sind die wahren Helden heute Abend.“

Wer sich auf die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit einlasse, begebe sich auf keinen Sprint, sondern auf einen Marathonlauf, unterstrich Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold Brüttings Worte. Deshalb sei es wichtig, wie an diesem Abend in der Gemeinschaft zusammenzukommen. „Auch ich sage ein ganz herzliches Dankeschön“, so Arnold. Man habe einiges erreicht - auch, dass es in Deutschland nun allmählich eine Einwanderungspolitik gebe. Jeder, der komme, habe Fähigkeiten und Talente. „Wenn wir diese alle fördern, dann werden wir reich werden“, betonte der Gmünder OB. In Schwäbisch Gmünd würden mittlerweile 130 Nationalitäten leben. Das sei nicht immer friedlich, deshalb brauche es auch Vorbilder, wie etwa die Mitglieder der internationalen Hip Hop-Gruppe, die man bereits im Programm gesehen habe.

Das Programm - laut und leise, international und bunt

Jeweils einen Beitrag haben die drei großen Kommunen und das Landratsamt auf das Programm gesetzt. Durch das führen Anna-Lena Mutscheller, Leiterin der Stabstelle für Chancengleichheit, demografischen Wandel und Integration der Stadt Aalen, und Jule Hoffmann, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Aalen.

Die Hip Hop-Formation „RolaX“ aus Schwäbisch Gmünd sorgt schon zu Beginn für Gelöstheit im Publikum. „Chill mit mir“, so eine Textzeile. Drei Frontmänner stellen sich exemplarisch dem Publikum vor. Darunter der 23-jährige „Rolax“, der 2016 aus Sierra Leone kam und nun eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht.

Sängerin Peggy Dennis aus Nigeria, die seit sechs Jahren in Deutschland lebt, erst in der Ulmer Straße wohnte und nun in Rosenberg lebt, wurde vom Ostalbkreis ins Programm genommen. Mit zwei christlichen Liedern preist sie mit starker Stimme Gott - ganz ohne musikalische Begleitung.

Die elfjährige Shrusti Chaudary und ihr Vater Rayesh stellen für die Stadt Ellwangen den Sahaja Tanz und die Yogatradition vor - samt Mediationsanleitung für die Gäste. Eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert reicht.

Salim Gerges und Abdulnaser Hamouda kommen aus Syrien und vertreten die Stadt Aalen. Gerges war Trompetenlehrer und spielt an diesem Abend unter anderem die Europahymne. Hamouda berührt mit einem selbst verfassten deutschen Text über Liebe und Angst - auch Platon und Dostojewksi kommen darin vor.

Noch ein letztes Danke gibt es dann aus den Händen der Organisatoren in die Hände aller Gäste im Saal. Ein Handtuch mit einer bunten Stickerei darauf. Nur ein Wort: „Engagiert“.

Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
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Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.
Dankeschönfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.

Sie sind die wahren Helden heute Abend.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat
Shrusti Chaudary stellte die jahrhundertealte Tradition des Sahaja Tanzes vor.
Jule Hoffmann (l.) und Anna-Lena Mutscheller moderierten den Abend.
Rund 100 Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe waren Gäste im Kulturbahnhof.

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