Einige kritische Klassenräume bleiben ohne Luftreiniger

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Mit einem Luftreinigungsgerät ist auch die Grundschule der Kocherburgschule Unterkochen ausgestattet worden. Das Gerät (rechts) im Klassenraum der 1a ist etwa zweieinhalb Meter hoch und gleicht einem überdimensionierten Kühlschrank.
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Mit Start des Präsenzunterrichts an den Schulen sind einige Eltern besorgt. Warum die Stadt vorerst keine weiteren Luftfilteranlagen anschafft.

Aalen

Endlich: Die Inzidenz sinkt von Tag zu Tag, viele Ostalb-Schulen sind bereits wieder in Präsenzunterricht gestartet. Aber wie steht es um die aktuelle Lüftungssituation in den Klassenzimmern? Neben CO2-Messgeräten hat die Stadt Aalen 41 Luftreinigungsgeräte beschafft. Wie wurden sie verteilt? Sind alle als „neuralgisch“ eingestuften Klassenzimmer in den 21 städtischen Schulen versorgt?

Einige Eltern machen sich Sorgen. „Wir sind jetzt bei einer Inzidenz, wo die Kinder ohne Abstandsgebote in die Schule gehen dürfen. Vielen Eltern ist die Maskenpflicht im Klassenzimmer zu wenig“, gibt eine Mutter zu bedenken, deren Sohn das Schubart-Gymnasium besucht. In ihrer Untersuchung hatte die Stadt beispielsweise am SG die Luftsituation in fünf Klassenräumen und in zwei Gemeinschaftsräumen als kritisch eingestuft. Laut Stadtverwaltung wurden dort in vier dieser Räume inzwischen Luftreinigungsgeräte installiert. In Anbetracht einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst, so die besorgte Mutter, sollte die Stadt dringend schon jetzt Fördergelder für die Anschaffung weiterer Luftreinigungsgeräte beantragen.

Das sagt der Schuldezernent

Was sagt der Aalener Schuldezernent dazu? „Das Förderprogramm ist vollkommen ausgeschöpft“, berichtet Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Aus dem für solche Maßnahmen vom Land aufgelegten Corona-Schulbudget in Höhe von 40 Millionen Euro seien der Stadt Aalen 169 000 Euro zugewiesen worden; insgesamt 178 000 Euro habe die Stadt für Geräte ausgegeben, die Aerosole aus der Luft filtern und für Geräte, die die Luftqualität im Raum messen. Die Unterhaltung jedes dieser Luftreinigungsgeräte, so die Stadtverwaltung, verursache Kosten von weiteren 1000 Euro im Jahr.

„Als Schulträger sind wir inzwischen in der gesamten Region für die gelungene Ausstattungsaktion bekannt“, sagt Ehrmann selbstbewusst. Allerdings bleibe es jetzt auch erst einmal bis auf Weiteres beim Status quo der Ausstattung. Denn Ergänzungsmaßnahmen, so Ehrmann, würden die Stadtverwaltung personell gänzlich überfordern. Zumal parallel Schul- und andere Gebäudesanierungen sowie Mängelbeseitigungen von vermeintlich abgeschlossenen Maßnahmen laufen. Ehrmann: „Es brennt an allen Ecken und Enden im Baudezernat.“

Unterm Strich bleiben also einige als neuralgisch eingestuften Klassenzimmer ohne eine solche Luftverbesserungsanlage. Wie das wohl bei Schülern und Eltern ankommt? Ehrmann verweist auf Erkenntnisse aus der Fachwelt: Solche Geräte, sagt er, würden nicht als alleinige Heilsbringer angesehen. Viel wichtiger seien Maßnahmen wie regelmäßige Fensterlüftung und coronagerechtes Verhalten, also Abstand, Hygiene und Maske.

Und deshalb wurden dort, wo Fenster nicht geöffnet werden konnten, defekte Fensterbeschläge ausgetauscht. Oder Möbel umgestellt, um Fensterflügel wieder öffnen zu können. Oder die Schule habe Belegungen von Klassenzimmern umorganisiert, so dass kritische Räume nur wenig oder nur mit Kleingruppen genutzt werden.

Immerhin: Bei der Gesamtelternschaft der Aalener Schulen scheinen fehlende Luftreiniger in den verbleibenden kritischen Klassenzimmer aktuell mit sinkender Inzidenz und sommerlichen Temperaturen kein großes Thema zu sein. Gesamtelternbeiratsvorsitzender Wolfgang Schmidt ist selbst „wenig begeistert“ von diesen Geräten. „Sie sind sehr laut.“ Und eine regelmäßige Öffnung der Fenster sei effektiver, haben Versuche gezeigt.

Was Michael Weiler, geschäftsführender Direktor der weiterführenden Schulen, bestätigt. „Denn der Luftfilter bringt keine Frischluft, keinen Sauerstoff in die Klassenräume.“

Vielen Eltern ist die Maskenpflicht im Klassenzimmer zu wenig.“

Eine besorgte Mutter

Wie die 41 Luftreiniger aufgeteilt sind

Weitbrechtschule: 3 Geräte plus 2 Eigenbau-Abluftanlagen; insgesamt elf Räume wurden als kritisch betrachtet.

Kopernikus-Gymnasium: 4 Geräte; insgesamt wurden sechs Klassenräume als kritisch eingestuft;

Uhland-Realschule: 3 Geräte; insgesamt sieben Räume sind kritisch;
Schubart-Gymnasium: 4 Geräte, bei fünf kritischen Klassenräumen;
Greutschule: 3 Geräte, bei fünf kritischen Räumen;
Theodor-Heuss-Gymnasium: 3;
KKS (Gebäude B): 3; KKS (Gebäude A) 2;

Jeweils ein Gerät haben erhalten: Braunenbergschule Wasseralfingen, Hermann-Hesse-Schule, Schillerschule, Realschule Galgenberg, Schwarzfeldschule Dewangen, Reinhard-von-Koenig-Schule Fachsenfeld, Rombachschule, die Grundschulen Ebnat, Waldhausen und Hofen, Grundschule der Kocherburgschule, Gemeinschaftsschule Welland, Grauleshofschule und Langertschule.

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