9-Euro-Ticket - was Sie wissen sollten

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Im Juni, Juli oder August kann man mit dem 9-Euro-Ticket einen Monat lang im Nahverkehr durch ganz Deutschland fahren. Jetzt ist der Verkauf auch in Aalen gestartet.
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Für Juni, Juli und August gibt es den verbilligten Fahrschein für den Nahverkehr. Was gilt im Ostalbkreis, wie steht es um Abonnements und was muss man beachten, wenn man damit fährt?

Aalen

Das ist ein unschlagbar günstiges Angebot. So beurteilt Paul-Gerhard Maier das 9-Euro-Ticket, das ab sofort an mehr als 300 Verkaufsstellen im Ostalbkreis erhältlich ist. Der Geschäftsführer von Ostalb-Mobil bezeichnet die bundesweite Aktion als eine gigantische Werbekampagne für Bus und Bahn. „Diese Chance müssen wir für den für den öffentlichen Personennahverkehr vor Ort nutzen“, sagt Maier.

Wann und wo das Ticket gilt: Das 9-Euro-Ticket gilt als Fahrschein der 2. Klasse für die Monate Juni, Juli oder August im Nahverkehr in ganz Deutschland. Es gilt, so Maier, für alle Linienbusse, Nahverkehrszüge (RB, RE und IRE) sowie U- oder S-Bahnen und Straßenbahnen – also nicht im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Mit dem Ticket kann man nicht ICE, IC, EC oder Flixtrain fahren. Übrigens muss für jeden Monat ein extra Ticket gekauft werden. Ebenso ausgeschlossen sind die Sonderverkehre wie der StadtLandBus.

Hier gibt es den Fahrschein: An den mehr als 300 Servicestellen von Ostalb-Mobil sind die Tickets erhältlich. „In allen Bussen, an sämtlichen Fahrscheinautomaten, beim Buspunkt in Aalen und an der Ticket-Corner in Schwäbisch Gmünd, bei Ostalb-Mobil in der Ellwanger Marienstraße sowie in den Reisezentren der Bahnhöfe in Aalen und Gmünd, zählt Paul-Gerhard Maier auf. Im Bus könne das Ticket nur für zwei Monate im Voraus erworben werden. An allen anderen Orten und digital – unter www.bahn.de – seien ab sofort die vergünstigten Fahrscheine für alle drei Monate erhältlich.

Wie Abo-Kunden profitieren: Auch die Abo-Kunden von Ostalb-Mobil profitieren vom 9-Euro-Ticket. Wie das geht? Das erläutert Geschäftsführer Maier. „Das Ostalb-Mobil-Abo muss weder von den Erwachsenen noch von den Auszubildenden dazu gekündigt werden“, macht Maier aufmerksam. Es funktioniere alles automatisch. Ostalb-Mobil buche die 9 Euro ab – anstelle des sonst üblichen Monatsfahrpreises.

Damit gelten dann die normalen Abonnements über den Kreis hinaus in ganz Deutschland. „Wer seine Tour klug plant, der fährt nicht nur bis Stuttgart oder Ulm zum Einkauf, sondern reist bis Hamburg oder Sylt“, sagt Maier – mit dem erneuten Hinweis auf Nahverkehrszüge.

Ein Benefit auch für Schüler? Die Frage ist einfach geklärt. Die Schülermonatskarten für Juni und Juli sind verbilligt und kosten ebenfalls nur 9 Euro. Hinzu kommt ein Plus im August, wie Benedikt Gehlhaus, Geschäftsbereichsleiter für nachhaltige Mobilität beim Landratsamt, erklärt: „Schülerkarten sind in der Regel im August kostenlos. Damit entfallen auch die 9-Euro für das Ticket im August.“ Einzige Voraussetzung für die unentgeltliche Nutzung sei, dass die Schülerkarte auch im August gilt.

Ein Semesterticket? Das sind die Vorteile im Sommer: Studenten und Studentinnen der Hochschulen in Aalen und Schwäbisch Gmünd, die sich für das Sommersemester ein Semesterticket gekauft haben, erhalten den entsprechenden Geldbetrag vergütet, sagt der Ostalb-Mobil-Geschäftsführer und spricht von einem Betrag in Höhe von 39 Euro für die Monate Juni bis August. Allerdings, ergänzt Benedikt Gehlhaus, müsse dafür ein Antrag gestellt werden. Stichtag ist der 31. August. „Dann endet die Frist für den Antrag.“ Da komme auf Ostalb-Mobil jede Menge Verwaltungsarbeit zu, so Maier, der mehr als 1000 Anträge erwartet.

Was gilt für Kinder & Co.? Kinder unter sechs Jahren in Begleitung eines Erwachsenen fahren kostenlos mit. Danach ist ein eigener Fahrschein nötig. Hunde und Fahrräder sind nicht im 9-Euro-Ticket eingeschlossen, darauf verweist Benedikt Gehlhaus. Und noch ein Hinweis ist dem Experten wichtig. „In den Sommermonaten ist es bereits ohne 9-Euro-Ticket an den Wochenenden schwierig Fahrräder in den Zügen mitzunehmen“. Er empfehle, Räder am Zielort zu leihen.

Kapazitätsprobleme? Ob das verbilligte Ticket die Betreiber von Bussen und Bahnen an Kapazitätsgrenzen führt, lasse sich nicht vorhersagen. Als eine besondere Herausforderung in der Region nennt Maier aber den Deutschen Wandertag Anfang August im Remstal. Aber wenn man Parallelen zum „Schönen Wochenendticket“ ziehe, lasse sich eine hohe Nachfrage erahnen. „Erste belastbare Verkaufszahlen erhalten wir Anfang Juni“, sagt Maier für das Ostalb-Mobil. Während die Bahn mehr Züge bereitstelle, könnten die Busunternehmen in der Region die Kapazitäten wegen fehlender Fahrzeuge und Fahrer nicht einfach erhöhen.

Diese Chance müssen wir für den für den ÖPNV vor Ort nutzen.“

Paul-Gerhard Maier, Geschäftsführer von Ostalb-Mobil
Diese Grafik zeigt diejenigen öffentlichen Verkehrsmittel, für die das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland gilt. Foto: privat

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