Gewappnet im Kampf gegen Omikron

+
Omikron: Polizei, Feuerwehr, Kliniken und die Stadt- und Kreisverwaltungen sind gewappnet. Foto/Grafik: Adobe Stock/Carmen Apprich
  • schließen
  • Bea Wiese
    Bea Wiese
    schließen

Polizei, Feuerwehren, Kliniken, GOA, sowie Kreis- und Stadtverwaltung sehen sich gerüstet, um der Herausforderung durch die ansteckendere Virus-Variante zu begegnen.

Aalen

Omikron ist auch im Ostalbkreis angekommen. Die Coronavirusvariante scheint zwar weniger tödlich, ist aber um ein Vielfaches ansteckender als ihre Vorgänger. Wie sichern die zuständigen Stellen die Einsatzbereitschaft in systemrelevanten Bereichen? Eine Nachfrage bei Polizei, Feuerwehr, der GOA, den Klinken, der Kreis- und der Stadtverwaltung in Aalen.


Polizei, Erster Polizeihauptkommissar Holger Bienert: Bereits seit Anbeginn der Pandemie habe deren Eindämmung und der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oberste Priorität, um die Funktionsfähigkeit der Polizei zu gewährleisten, sagt Holger Bienert. Es seien daher umfangreiche Regelungen und organisatorische Maßnahmen getroffen und vorbereitet worden, die stetig überprüft und angepasst werden. Diese erstreckten sich auf die Bereiche Schutzausstattung, Hygienevorschriften samt Maskenpflicht, Fortbildung, Einsatztraining, Dienstsport, Veranstaltungen, Besprechungen, Zutrittsregelungen, Heimarbeit und einiges mehr, sagt Bienert.

„Obwohl sich derzeit Kolleginnen und Kollegen in Quarantäne befinden oder vorsorglich freigestellt sind, können wir bei allen Organisationseinheiten uneingeschränkten Dienstbetrieb gewährleisten“, betont der Polizeipressesprecher. Sollten in einzelnen Bereichen personelle Engpässe entstehen, würden „interne Ausgleichsmaßnahmen“ greifen. Bienert: „Wir sind darauf eingestellt, dass wir, wenn nötig, unsere polizeilichen Maßnahmen entsprechend priorisieren und uns um die wichtigen Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung kümmern. Bislang gab es keinen Anlass, dass wir anstehende vordringliche Aufgaben nicht bewältigen konnten.“


Feuerwehr, Kreisbrandmeister Otto Feil: „Die Feuerwehren haben schon immer besondere Vorkehrungen getroffen, denn das höchste Gut ist der Erhalt der Einsatzbereitschaft“, sagt der Kreisbrandmeister. Die Feuerwehren hätten Übungsbetrieb und Einsätze so geplant, dass Gruppen getrennt agierten.

Anders als bei Berufsfeuerwehren könnten im ländlichen Raum, sollte tatsächlich eine Feuerwehr wegen Corona ausfallen, dies über die Nachbarschaftshilfe durch eine andere Feuerwehrabteilung kompensiert werden. „Im vergangenen Jahr gab es einen Fall, bei dem eine Abteilung 14 Tage komplett in Quarantäne musste. Es gab zum Glück nur einen kleineren Einsatz, die Nachbarschaftshilfe hat funktioniert“, sagt Feil.

Schwieriger sei es bei der Ausbildung. Hier habe man 2021 zwar viel nachholen können, dennoch gebe es noch Defizite. „Wir haben jährlich 700 bis 900 Leute in Ausbildung. Das muss auch weiterlaufen, um den Fortbestand der Wehren zu gewährleisten“, sagt Feil. Als Kreisbrandmeister spreche er Empfehlungen im Umgang mit der Pandemie aus, umgesetzt würden diese durch die einzelnen Feuerwehrkommandanten und die jeweiligen Bürgermeister. „Zu 99 Prozent klappt das reibungslos“, ist Feil zufrieden.


Kliniken: Ralf Mergenthaler, Pressesprecher der Kreis-Kliniken: „Durch die sehr hohe Impfquote bei unserem Klinikpersonal hoffen wir, dass wir von größeren, coronabedingten personellen Ausfällen verschont bleiben. Mittlerweile sind zirka 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken Ostalb geimpft“, sagt Mergenthaler.

Eine personelle Trennung sei Usus an den Kliniken. „Die Krankenhäuser arbeiten in vielen Bereichen wie der Pflege und im ärztlichen Bereich an 365 Tagen im Jahr im Drei-Schicht-Betrieb“, erklärt Mergenthaler.

Die Kliniken hätten auf Omikron im Vorfeld reagiert: „In den vergangenen Wochen wurden planbare Eingriffe und Operationen abgesagt oder verschoben, um genügend Kapazitäten für Notfälle und Coronapatienten vorhalten zu können. So können wir frei werdendes Personal in anderen Bereichen einsetzen und auch etwaige Krankheitsausfälle kompensieren“, meint er.

Die besondere Herausforderung sei jedoch, wie in den vergangenen zwei Jahren, die ungewisse Situation. „Niemand kann verbindliche Voraussagen für die kommenden Wochen und Monate treffen. Herausfordernd im laufenden Krankenhausbetrieb seien auch „die sich häufig ändernden Coronaverordnungen mit der Maßgabe der sofortigen Umsetzung“, so Mergenthaler.


GOA, Pressesprecherin Amanda Hausmann: Ob die Müllabfuhr kommt? Bestimmt, meint GOA-Pressesprecherin Amanda Hausmann. „Die GOA ist gut auf eine Omikronwelle vorbereitet. Es gibt ein mit der Landkreisverwaltung abgestimmtes Konzept, nach dem im Bedarfsfall gehandelt wird. Wir tun alles dafür, die Entsorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.“ Konkreter werden will sie aber nicht.


Landkreisverwaltung, Pressesprecherin Susanne Dietterle: „Die Landkreisverwaltung hat bereits seit letztem Jahr verstärkt Homeoffice eingeführt. Hierfür wurden bei Hard- und Software Vorkehrungen getroffen, um die Datensicherheit und auch die Sicherheit des Hausnetzes zu gewährleisten“, sagt Susanne Dietterle. Mit Blick auf Omikron hätten alle Dezernate und Geschäftsbereiche organisatorische Regelungen getroffen, wozu vor allem wechselnde Teams zählten. „Die nun geltenden neuen Regelungen zu verkürzter Isolation/Quarantäne dürften zudem dazu beitragen, dass der Dienstbetrieb in den Verwaltungsbereichen grundlegend aufrechterhalten werden kann“, meint sie.

Wo Homeoffice unmöglich ist, wie etwa bei den Straßenmeistereien, werde bereits in zeitlich versetzten Gruppen gearbeitet, so dass zwischen diesen keine Kontakte bestehen. Für den Fall, dass Winterdiensteinsätze notwendig würden und eigenes Personal in größerem Umfang erkrankt wäre, könnte auf Drittunternehmer zurückgegriffen werden oder es würde Personal querverlegt. Dietterle: „Klar ist aber auch, dass im äußersten Extremfall Abstriche bei der Qualität des Winterdienstes unvermeidlich wären und der Fokus auf die Hauptstrecken und Steigungen gelegt werden müsste.“

Stadtverwaltung Aalen, Pressesprecherin Karin Haisch: Schon 2020 wurde die „Koordinierungsstelle Coronavirus“ mit acht Stabsbereichen eingerichtet. Karin Haisch: „Darin wird dezernats- und amtsübergreifend regelmäßig, sofern es die Lage erfordert, auch täglich und am Wochenende über die aktuelle Entwicklung informiert und über Maßnahmen beraten.“ Um den Dienstbetrieb dauerhaft aufrechterhalten zu können, wurden systemkritische Bereiche mit einem bestimmten Mitarbeiterkreis definiert: Verkehrssicherungspflicht, Müllentsorgung, Friedhof, Tief- und Hochbau, Bildung und Betreuung, Sozialdienste, Feuerwehr, Ortspolizei, Bürgerservice wie Standesamt, Bürgeramt etc.), Finanzen, IT, Ratsinformation, Kommunikation, Personal. Haisch: „Die personellen Ressourcen wurden entsprechend eingeplant und für mögliche Ausfälle Ersatzpersonal festgelegt.“

Diese Bereiche hätten Personal räumlich und zeitlich zu trennen, Homeoffice sei angeordnet, sofern möglich.

  • Anzeige bei der Polizei – so geht's im Internet
  • Wer bei der Polizei eine Anzeige erstatten möchte, aber aus Sorge vor Ansteckung den Besuch auf der Wache scheut, den weist Polizeipräsidiumssprecher Holger Bienert auf die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über die Internetwache der Polizei Baden-Württemberg hin: „Anzeigen oder das Senden von Hinweisen zu Straftaten, die kein sofortiges polizeiliches Einschreiten erfordern, sind rund um die Uhr online unter https://www.polizei-bw.de/internetwache/ möglich.“ Wer persönlich auf eine Dienststelle müsse, der möge seinen Besuch dringend telefonisch ankündigen, bittet Bienert.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare