Gutes Leben, teures Wohnen in Aalen

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Der Blick über Aalen zeigt im Vordergrund den Rötenberg und die Heide. Menschen, die in der Stadt und den Teilorten leben, beurteilen beim Ostalbcheck den Einzelhandel, den Nahverkehr, die Gastronomie und die Kultur als überdurchschnittlich gut. Foto: Oliver Giers
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Bei der Umfrage geben die Menschen an, gerne in ihrer Stadt zu leben. Hohe Mietpreise und Hürden auf dem Weg ins Eigenheim lassen den Immobilienmarkt aber schlecht abschneiden.

Aalen

Wer in Aalen und den Teilorten lebt, lebt gerne dort. Die Aalener Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ostalbcheck haben die Lebensqualität auf einer Skala von 1 bis 10 durchschnittlich positiv mit 7,2 bewertet. Da es sich auch in anderen Städten und Gemeinden auf der Ostalb gut leben lässt, liegt dieser Wert im kreisweiten Vergleich im Durchschnitt. Überdurchschnittlich bewerten die Aalener vier Bereiche, die dieses gute Leben in ihrer Stadt und den Teilorten ausmachen: Gastronomie, Einzelhandel, öffentlicher Nahverkehr und die Kultur.

Gastronomie: Für die Gastronomie vergeben die Aalenerinnen und Aalener die Note 7,3. Das verwundert nicht, gibt es doch sowohl in der Kernstadt als auch in den Stadtbezirken trotz einiger Schließungen in den vergangen Jahren immer noch ein großes Angebot an Restaurants, Cafés und Imbissen.

Einzelhandel: Auch was den Einzelhandel angeht (Note 7,0), sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im kreisweiten Vergleich zufriedener als anderswo. Für die Innenstadt aber, wünschen sich manche noch eine Aufwertung. Mehr Sitzmöglichkeiten, Begrünung für den Marktplatz oder eine Aufwertung für den Spritzenhausplatz stehen auf der Wunschliste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostalbchecks.

Nahverkehr:Im Vergleich mit den anderen Städten und Gemeinden bewerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Aalen auch den öffentlichen Nahverkehr als überdurchschnittlich gut.

Die durchschnittlich Punktzahl 5,8 für diesen Bereich für sich betrachtet, bedeutet aber trotzdem, dass in dem Bereich noch Luft nach oben zu sein scheint. „Öffentliche Verkehrsmittel bezuschussen, um die Attraktivität zu steigern“, ist daher der Wunsch einer Teilnehmerin oder eines Teilnehmers.

Kultur: Auch was die Kultur angeht, kann Aalen im kreisweiten Vergleich punkten. Mit 6,5 wird der Bereich überdurchschnittlich gut bewertet. Vor dem Hintergrund, dass Aalen als einzige Kommune im Ostalbkreis ein städtisches Theater besitzt, erscheint das logisch. Noch dazu, da das Theater im Kulturbahnhof vor Kurzem ein neues Zu Hause gefunden hat und dort auch zahlreiche weitere Veranstaltungen stattfinden, seit das die Corona-Verodnung wieder zulässt.

Eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer meint, dass man noch mehr unternehmen müsste, um der Kulturszene wieder auf die Beine zu helfen. „Städtische Unterstützung die Kulturszene nach der Pandemie wieder zu beleben, z. B. Durch Pop-Up-Konzerte wie Musik vom Rathausdach“, formuliert sie oder er den Vorschlag.

Verkehrsbelastung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Aalen und den Teilorten leiden überdurchschnittlich stark unter der Verkehrsbelastung. Die Note 4,8 vergeben sie dafür im Ostalbcheck. Darüber, in welche Richtung sich Aalen in der Beziehung entwickeln soll, herrscht aber Uneinigkeit. Dass in der Innenstadt mehr Parkplätze und mehr kostengünstige Parkplätze geschaffen werden sollen, schreiben gleich mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine andere oder ein anderer findet aber: „Verkehrspolitik ist zu sehr auf Autos ausgelegt. Tempolimits wie z.B. 20 km/h am Innenstadtring werden nicht kontrolliert. Aalen ist leider noch eine absolute Autofahrerstadt. Fußgänger und Radfahrer haben keine Lobby.“

Immobilienmarkt: Das Schlusslicht beim Ostalbcheck bildet Aalen im Bereich Immobilienmarkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerten den Markt in Aalen mit 4,1. So schlecht wie in keiner anderen Stadt oder Gemeinde im Ostalbkreis. Hohe Preise scheinen hier der Knackpunkt zu sein, sowohl für Mietobjekte wie auch für das Eigenheim. „Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen (Mietwohnungen & Grundstücke), Förderung von jungen Paaren, die den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchten“, schreibt eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer auf den Wunschzettel.

Aber auch „Anpassung der Bauplatzvergabekriterien“, wird genannt. Zum Hintergrund: In Aalen sind Bauplätze begehrt und werden nach einem Punktesystem vergeben. Wer Kinder hat, Ehrenamtlich aktiv ist oder einen Bezug zu Aalen hat, hat größere Chancen, einen Platz zu ergattern. Und wer einen Platz hat, muss innerhalb von drei Jahren anfangen zu bauen. Für Bauherrinnen und Bauherren nicht immer einfach. Den „Zeitraum für Bauzwang erweitern“, wünscht sich daher eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer.

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